Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 153

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 153)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2720904-2721055--152-2727098
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

150 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung Judentum im laichte der Wissenschaft (also Kants und auch Wellhausens) aus seinen eigenen Ansätzen heraus in seinem Wesenskern verstehen muß, um es reformatorisch der eigenen Gemeinde zu deuten und als Grundlage aller Kulturkritik und Kulturerneuerung der Außenwelt gegenüber zur Geltung zu bringen. — Außer diesen drei Vorgängern Phiions wird uns zugleich das lieben seiner Gemeinde nach mancher Richtung deutlicher. Es gibt bereits bestimmte volkstümliche Ausdrücke für die Feste. Sehr beachtenswert ist die Beliebtheit des Ausdruckes 7ra0%a für ein Opfer, das in Alexandreia selbst gar nicht gebracht werden konnte. Sie wäre kaum denkbar, wenn nicht von Aegypten aus, u. z. auch von den ganz hellenisierten Juden, die Wallfahrt nach Jerusalem, die die Darbringung dieses Opfers ermöglichte, häufig unternommen worden wäre und einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hätte. Ein zweiter . wichtiger Name, vrjoTe'ia, lehrt, ,wie selbstverständlich das Fasten am Versöhnungstag, das bekanntlich die Thora nicht unzweideutig vorschreibt, auch den griechisch sprechenden Juden geworden war. Dagegen ist möglicherweise kein Zufall, daß der Name 0xr]v07T7]pa für das Hüttenfest bei Philon fehlt1. Man wird vielleicht damit zu rechnen haben, daß zumal solche Juden, die in nicht jüdischen Vierteln wohnten, das ״Wohnen in Hütten“ nicht immer übten, wenn auch nur zum geringen Teil aus den Phiions Kynikern vorschwebenden Gründen; keinesfalls beweisen Phiions Deutungen für das wirkliche Bestehen von Laubhütten in seiner Gemeinde mehr als die Predigten neuerer Reformrabbiner2. Wie die Art der Innehaltung, so fordert die Auffassung der Feste in Palästina und in Alexandrien zum Vergleich heraus. Auf die Frage nach der Begründung der Auszeichnung einzelner Tage, die er gewiß nicht selten zu hören hatte, gab der rabbinisch 1 S. o. S. 135. 2 Samuel Hold heim, Predigten, gehalten in dem Gotteshause der jüdisehen Reformgemeinde III 252, knüpft sogar an einzelne halachische Be- Stimmungen über die Laubhütte an!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.