Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 147

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 147)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2720904-2721055--146-2727092
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

144 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung seiner Seele verbannt hat und das reine Leben der Urmenschen wieder• herstellt. 162 Innerhalb dieses Festes steht das ״ Garbenfest“. Da wir nämlich den 171 Ertrag der Erde keineswegs der Menschenkunst, sondern nur der göttliehen Natur verdanken, so sollen wir zum Ausdruck dessen ״die 163 ff. Erstlinge dem Priester bringen“. Wer aber ist dieser Priester? Vor dem Richterstuhle der Wahrheit ist es nicht, wer seinen Begierden frönt und an die vielen Wahngötter glaubt, die die verschiedenen Völker verehren, sondern der wahre Jünger des Moses, dessen Gesetz uns ein sittliches Leben führen und die göttliche Natur als den einen 167 Gott, an den Hellenen und Barbaren glauben, verehren heißt. Der Kultus Israels soll daher nicht im Namen der eigenen Gemeinschaft, sondern für alle Völker verrichtet werden. 186 f. Wenn wir fünfzig Tage später zwei Weizenbrote dar bringen sollen, so bedeutet das, daß wir am Ende der Körnerernte Gott danken sollen für die Vergangenheit, in der wir von Hunger verschont blieben, und für die Zukunft, für die wir jetzt Vorräte gesammelt haben. 190 f. Das nächste Fest ist der ״Trompete“ geweiht, aber nicht als dem Signal des Krieges, sondern als dem des Friedens, den Gott im Naturleben, gerade zur Erntezeit, und im Menschenleben stiftet. 193 ff. An einem Fest, das als Fasttag begangen wird, werden manche gewiß Anstoß nehmen, aber sehr mit Unrecht. Die Selbstbeherrschung verdient durchaus den besonderen Feiertag, den ihr Moses einräumt; denn wer selbst die nötigsten Dinge, Speise und Trank, verachten gelernt hat, ist vor der Ueberschätzung jener überflüssigen Kulturerzeugnisse geschützt, die unser wahres Glück gefährden. 206 f. Am Ende der Erntezeit steht das Fest der ״Zelte“. Denn bis die Frucht eingebracht ist, sollen wir uns nicht weibisch in unsere Kammern einschließen, sondern Wind und Wetter trotzen; erst wenn wir ״einsammeln von Tenne und Kelter“ (Deut 16!3), dürfen wir zum häuslichen Zelte zurückkehren, um uns für die Mühen zu erholen. Diese Zusammenstellung zeigt, daß Philon anscheinend für jedes Fest eine Deutung den ״Erklären! der heiligen Schrift“, wie er sie nennt, entnommen hat. Die Einzelbeobachtungen stützen also einander und machen die ausgiebige Benutzung eines Eogos über die 10 Feste mindestens wahrscheinlich. Aber selbst, wenn der eine oder andere der oben diesem Eogos zugewiesenen Sätze von Philon selbst stammen sollte, so ändert sich dadurch an der Beurteilung der Quelle

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.