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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 145

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 145)
Language
German
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IRI
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142 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung der Zahlendeutungen Phiions wird der Grund dafür zu suchen sein, daß seine mittelalterlichen Nachfolger zwar die griechische Zahlen- Symbolik als solche in vollem Umfange übernommen1, sich ihrer aber zur Deutung jüdisch-religiöser Einrichtungen nur in sehr bescheidenem Maße bedient haben. Die dritte Quelle Phiions, ist die k y n i s c h e. Und zwar ist sie eine ״Quelle“ in strengem Sinne des Wortes, also eine Schrift, die Phüon selbst dann auszieht, wenn sie seinen eigenen, an die anderen Schulen anknüpfenden Anschauungen widerspricht, wie wir es hinsichtlich der allgemeinen Möglichkeit der Festfeier, hinsichtlich der Begehung des Sabbats und des Hüttenfestes und hinsichtlich der Auffassung des Fastens2 gesehen haben. Wir stellen im folgenden diejenigen Gedankengänge zusammen, die ihr entnommen zu sein scheinen; die Paragraphenzahlen bei Philon setzen wir an den Rand. 41 Der Gesetzgeber verzeichnet zehn Feste: 1. den Alltag, 2. den Sabbat, 3. den Neumond, 4. das Ueberschreitungsfest, 5. das Fest der ungesäuerten Brote, 6. das Garbenfest3, 7. das Wochenfest, 8. das Trompetenfest, 9. den Fasttag, 10. das Fest der Zelte. 42 ff. Als erstes Fest bezeichnet er -— in den beiden Aufzählungen der Feste — den Alltag, gewiß zur Verwunderung der meisten Menschen und doch mit vollem Recht. Denn das tadellose Leben der wenigen Menschen, die noch heute der Natur und ihren Vorschriften gemäß leben, ist in Wahrheit ein ständiges Fest. Die erdgeborenen Urmenschen lebten in ständiger Seligkeit; und hätten sich nicht die Laster eingeschlichen und die Welt mit Blut und Gier erfüllt, so würde ihr Glück auch uns allen zuteil. Den Sinn4 für d*es Glück zu wecken, ist die Absicht der einzelnen Feste, die unser Gesetzgeber vorschreibt. 1 Dem Fernerstehenden gibt eine ausreichende Vorstellung: Abraham ibn Esra, Buch der Einheit, aus dem hebräischen übersetzt .... von Ernst Müller, Berlin, Weltverlag, o. J. (1921). Derselbe Ibn Esra verwendet die Hebdomadenlehre im Kommentar zu den Sabbatgesetzen der Thora nicht. 2 S. o. S. 109, 115, 135, 132. 3 In Philons Aufzählung steht das 6. Fest vor dem 5. 4 Dieser Uebergang ist von uns ergänzt.

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