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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 143

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 143)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--142-2727088
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140 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung Rein wörtliche Deutungen werden zu fast allen Festen gegeben. Der Sabbat gilt als unentbehrliche Arbeitspause; die Aus- Zeichnung des Neumonds wird mit den günstigen Wirkungen des Mondes in Zusammenhang gebracht; Mazzot und Garbe haben neben ihrer kosmopolitischen auch eine nationale Bedeutung; der 1. Tischri erinnert an die Gesetzgebung am Sinai; der Versöhnungstäg mahnt, durch Verzicht auf die gesammelten Vorräte Gottvertrauen zu zeigen; am Hüttenfest sollen wir aus der Erinnerung an die Entbehrungen der Wüstenwanderung Demut lernen. Die Deutungen liegen fast durchweg nahe, bis auf die des 1. Tischri; viele von ihnen können von Philon selbst stammen. Daß sie dem Geist des rabbinischen Judentums nicht ganz fern liegen, zeigt der gelegentliche Anklang späterer jüdischer Auslegungen zu Sabbat und Hüttenfest. Aber aus schriftgelehrter Quelle stammen sie, soweit wir urteilen können, nicht; denn gerade sie zeigen — in der Auffassung der Diabaterien als Grenzopfers, des 1. Tischri, nicht des Wochenfestes, als Tages der Gesetzgebung — entschiedenen Gegensatz zur palästinischen Festdeutung. Beide Schulen, Allegoriker und Freunde des Wortsinnes, rufen die Zahlensymbolik zu Hilfe. Jenen erscheint die Sieben, vollkommener als die Zehn (De post. 173) und der Eins verwandt (ebd. 65; Quod deus imm. 13), als Symbol der in Gott ihre Ruhe findenden, um nichts Irdisches mehr bemühten Seele (Quod deus imm. 12); die Zehn, die Zahl der heiligen Abgaben (De congr. 89), wird in der Demütigung der Seele am 10. Tischri (De post. Caini 48) und überdies im Ritus für den 10. Nisan (De congr. 106) geehrt; beide Zahlen wirken zusammen im Hüttenfest mit seinen 70 Opfertieren (De mut. nom. 202; De fuga 86). Dagegen hilft in der Deutung der Feste SpE. II die Zahlenlehre die Einzelbestimmungen ihrem Wortsinne nach rechtfertigen; Deutungen der Sieben überwiegen derart, daß sie nach § 214 geradezu als Mutter aller Jahresfeste gelten kann; nicht nur der Sabbat (§ 56), sondern auch das am 14. Nigan stattfindende Ueberschreitungsfest (149) und das nach 7 mal 7 Tagen stattfindende Wochenfest (176) treten zu

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