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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 142

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--141-2727087
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Allegorische Quelle 139 Stoffsammlung gemäß ohne jede Vermittlung —, mag Zufall sein, da in den kümmerlichen Resten, die auf uns gekommen sind, nur im Zusammenhang mit Weltschöpfung und Auszug aus Aegypten von Festtagen die Rede ist. Kein Zufall aber ist, daß im allegorischen Kommentar, der fast die Hälfte der Schriften Phiions ausmacht, die wörtliche und die kynische Richtung ganz ausscheiden, und daß in der Rechtfertigung des Gesetzes SpL. II und den Parallelschriften die allegorische Deutung sehr zurückgedrängt ist: unerwähnt bleibt hier die Deutung des Sabbat als Symbols der Untätigkeit des Menschen und der ewigen Wirkung (oder der ewigen Mühelosigkeit) Gottes, der Diabasis als Uebergangs zur Mannesreife oder zur mystisehen Weisheit, des ungesäuerten Brotes als Speise der Pein oder des Gegensatzes gegen die Aufgeblasenheit, des Fasttages als ständiger Demütigung der Seele; und was erwähnt wird — die Iyehre, daß der Schlechte keines Festes fähig ist, die Diabasis als Iyösung vom Körper, dessen Symbol Aegypten ist — ist derart gewendet, daß die gesetzesfeindliche Spitze kaum hervortritt. Einer besonderen Kennzeichnung bedarf die allegorische Quelle, deren Spuren wir soeben nochmals herausgehoben haben, danach nicht mehr. Sie ist ״physisch“ und ״ethisch“ zugleich, wie die Allegorese Phiions und seiner Vorgänger überhaupt1: die Ver- Senkung in das wahre Wesen Gottes und des Menschen verhilft uns zu Frömmigkeit und ethischem Aufstieg, soweit er in unserer Kraft steht; Symbole solcher physischer und ethischer!,ehren sind die Feste. Zum rabbinischen Judentum fehlt alle Beziehung; wohl ist diesem die Bezeichnung des ״bösen Triebes“ als ״Hefe im Teige“2 geläufig; aber diese allgemeine Auffassung des Gesäuerten erwähnt Philon nicht; und Zeichen des Wahnes oder der Einbildung ist der Sauerteig niemals im Talmud. 1 Daß die ״physische Auslegung“ keineswegs profanen Charakter trug, wie Bousset, Jüdisch-christlicher Schulbetrieb, und Edm. Stein, Die allegorische Exegese des Philo aus Alexandreia, annahmen, glaube ich MGWJ 1929, 431 ff. erneut bewiesen zu haben. 2 שאור שבעיסה Berachot 17a u. 0.

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