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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 141

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 141)
Language
German
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IRI
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138 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung leicht dazu, aus dem ״Lebendigen den Geist herauszutreiben“ mit den Folgen, die bereits der Urfaust beschreibt. Aber allerdings führt der Weg zur Erkenntnis der geistigen Einheit eines Werkes durch seine Analyse hindurch; erst wenn wir die Stoffe kennen, mit denen ein Schaffender arbeitet, wird uns seine Eigenart erkennbar, die sich in Auswahl, Weiterführung und Umbildung bewährt. Daher schreiten wir vorläufig auf dem betretenen Wege weiter und suchen uns von den Vorlagen Phiions eine möglichst deutliche Vorstellung zu machen, nicht nur um seinetwillen, sondern um das ganze reiche alexandrinisch-jüdische Geistesleben, dessen Vertreter und Zeuge er ist, vor uns lebendiger werden zu lassen. Dreierlei Auffassungen der Feste waren bereits vor Philon vertreten1: die allegorische, die sie verflüchtigt, — die wörtliche, die sie in ihrer herkömmlichen Uebung rechtfertigen will, — die kynische, die zwar die Feste beibehalten will, ihnen aber einen anderen Sinn unterlegt und auch ihre Feier erheblich anders wünscht als die Anhänger des Wortsinns. Es ist durchaus zuzugeben, daß nicht alle - Deutungen der ersten und zweiten Richtung (auf die dritte kommen wir zurück) von Philon einfach nur mitgeteilt sind; er arbeitet selbst mehrfach frei mit den Methoden, die ihre Wortführer handhabten. Aber die Methoden selbst sind allerdings von ihm übernommen; er beruft sich ja, wie wir wissen, selbst auf Allegoristen, und das Bedürfnis zur Verteidigung so angegriffener Einrichtungen, wie der Sabbat es war, mußte sich schon früh ausbilden; er hat daher nie nötig, diese Methoden selbst so zu rechtfertigen, wie es bei ihrer ersten Einführung nötig gewesen wäre. Mit dieser Einschränkung können wir also allerdings von drei ״Quellen“ Phiions reden und ihre Abhebung versuchen. Daß Philon selbst den Unterschied dieser Quellen empfindet, zeigt ihre verschiedene Verteilung auf die verschiedenen Schriften. Daß in den Quaestiones nur die allegorische und die streng wörtliche Deutung berücksichtigt wird — u. z. dem Charakter dieser reinen 1 S. o. S. 103 ff.

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