Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 140)
- Language
- German
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Schlußfest 1S7 aller Früchte zur Ruhe kommt. Vielleicht hängt mit der zweiten Deutung der Preis der Zahl 8 zusammen, die als erste Kubikzahl das Feste bezeichnet; dann würde nicht die Heiligung des 8. Tages, sondern die achttägige Dauer des Hüttenfestes begründet; darin läge ein Widerspruch mit der rabbinischen Auffassung, die gemäß der Opferordnung Num 2935 das Schlußfest — im Gegensatz zum letzten Tage des Mazzotfestes — als besonderen Festtag ansieht. Eine Deutung, die die Benutzung der kynischen Quelle nahelegt, findet sich bei diesem Feste nicht. Die Ausnahme bestätigt die Regel; denn in der ihr entnommenen einleitenden Aufzählung § 41 wird dies Fest ja nicht als besonderes erwähnt. Die abschließende Bemerkung Phiions § 214 ist sehr lückenhaft überliefert. Ich habe vermutet, daß er das biblische Gebot, sich am Feste zu freuen (Lev 2340 u. ö.) umschreibt und erklärt, daß äypoGDVT) (Torheit) und eö<ppoa6v7) (Freude) unvereinbare Gegensätze sind und wir ״Leib und Seele erquicken sollen: jenen durch Wohlleben, diese durch Philosophieren' ‘. So gut sich das Lob der euippoa 'vrj mit kynischen Anschauungen vertrüge1, so wenig das des äßpoStairov. Philon merkt offenbar nicht, wie weit er sich von der kynischen Quelle entfernt, der er im vorhergehenden so gern gefolgt war. Dagegen ist recht lehrreich, wie nahe er der Ansicht eines Mischnalehrers2 kommt, nach welchem man den Feiertag zur Hälfte dem Essen und Trinken, zur Hälfte dem Lehrhause widmen soll. 2. Philon und seine Quellen, nach ihrer griechischen und jüdischen Bildung untersucht. Die quellenkritische Methode, der wir Phiions Darstellung der Feste unterzogen haben, hat gewiß ihre Gefahren. Zu letzten Ergebnissen führt sie nur bei Kompilationen; sonst verleitet sie sehr 1 Vgl. Diogenesbrief 282, 7. Die Stoiker rechtfertigten die ekppoaüvT] als Untertugend der StVFr. III 432 u. ö. 2 R. Josua Pes. 68b. Freilich findet sich auch die entgegengesetzte Ansicht, daß der Tag entweder ״nur Gott“ oder ״nur dem Menschen“ gehöre.