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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 138

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 138)
Language
German
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IRI
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Hüttenfest 135 Bemerkung des Samuel ben Meir zu jenem Bibelvers1; aus früher Zeit ist sie nicht bezeugt. Höchst merkwürdig ist aber eine Deutung, die er § 207 Anfang vorausschickt. Nach ihr besagt die Vorschrift nur, daß wir nicht mehr im Freien zu sein brauchen, sondern ״in unserer sicheren Behausung Erholung finden sollen für die Mühen, die wir bei der Feldarbeit erduldet haben“. Nach ihr sind also mit den axijvac nicht besondere Festhütten, sondern die Häuser selbst gemeint; das ist sprachlich nicht unmöglich, da die ״siebentägige Dauer“ des Aufenthaltes als Begrenzung der Erholung gefaßt werden konnte, widersprach aber selbstredend überdies der Praxis, auch der alexandrinischen, die auf dies Fest längst den Ausdruck ״Hütten b a u“ anwandte2, also besondere Festhütten kannte3. Diese überlegene Hinwegsetzung über den Brauch, welcher zweifellos den Buchstaben für sich hat, paßt gut zu jener revolutionären Quelle, die insbesondere das Arbeitsverbot am Sabbat für Freie als Miß- Verständnis der kynischen Anschauung des Gesetzgebers ansah. In der Tat verrät die Erläuterung dieser Deutung wieder mit voller Deutlichkeit die uns bekannte kynische Tendenz4. ״Solange die Frucht auf dem Felde steht, kannst du das Notwendige nicht richtig wahren, wenn du dich einschließest, wie ein W e i b in seiner Kammer, sondern nur, wenn du hinausgehst; gegen Frost und Hitze bieten dir dann Bäume Schirm und Schatten; sind die Früchte eingeheimst, so finde im Hause Erholung von deinen 1 ,,Denkt, daß ich die Kinder Israels 40 Jahre lang habe wohnen lassen ohne Wohnsitz und Erbe; dankt daher dem, der euch Erbe und wohlgefüllte Häuser gegeben hat, und sprechet nicht: meine Kraft und Stärke hat mir diese Herrlichkeit verliehen.“ Auf Verwandtes bei Maimuni More III 43, der Hütten und ungesäuerte Brote (Jos. Alt.II317!)als Erinnerungszeichen an frühere Armut und als Anregung zur Dankbarkeit auffaßt, weist Tbeitel MGWJ 47, 510. 8 ExTjvoTnrflia II Makk 19,18; LXX Sech 14^ (über den gut griechischen Ausdruck vgl. Deissmann, Licht vom Osten 492f.). 3 Philon erwähnt sie In Fl. 116. 4 Die Bezeichnung des Hauses als ״Zelt“ kann den Gegnern des Wohnungsluxus (man denke nur an den Diogenes der Legende) durchaus beabsichtigt *erschienen sein.

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