Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 134

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 134)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2721055--133-2727079
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Neujahrsfest 131 anscheinend nach I,XX Eev 23^ wonach der Tag ״Erinnerung an die Trompeten* 1“ sein soll; zu solcher Auffassung des Tages findet sich im rabbinischen Schrifttum, trotz der Erwähnung der Bibelstellen Ex 1916 ff. im Gebete für ihn, keine deutliche Spur2. Noch weiter entfernt er sich von der jüdischen Auffassung durch die Gleichsetzung mit den Hieromenien § 188 I 180, einer heiligen Eestzeit, wie sie in Griechenland vor Beginn der Nationalspiele verkündet wurde, zu deren Hauptmerkmalen die Ausrufung eines Gottesfriedens gehörte3; vielleicht deutete er die ״Trompete“, über deren besondere Beschaffenheit er ja nicht reflektiert, als das Signal, das den Beginn der Festzeit bezeichnete. Nach einer anderen Deutung (§ 190) ist die Trompete das Instrument des Krieges und des Friedens4 5; Krieg aber ist nicht nur eine politische Verwicklung, sondern vor allem der Streit der Elemente6, der der Ernte sehr gefährlich werden muß; daher danken wir Gott, dem Friedensstifter, der alles, was den Früchten schaden könnte, abhält6. Diese Umdeutung des 1. Tischri in ein Erntefest ist offensichtlich weder rein jüdisch noch allegoristisch (wegen der Beziehung auf den Zeitpunkt), paßt dagegen gut, auch des Pazifismus wegen, zur kynischen Quelle. Ende der Welt zum anderen“; Phiions Abhängigkeit von dieser Überlieferung ist denkbar, da sie sehr alt ist (vgl. Moore, Judaism I 277 und über die mit ihr zusammenhängende Vorstellung von der Erteilung der Thora in 70 Sprachen oben S. 128,7); immerhin ist zu beachten, daß die universalistische Tendenz dieser Anschauung (Moore a. a. O.) bei ihm nicht hervortritt. 1 Mv7]^63üvov 0aX׳ittY(twv זכרון תרועה. 2 Selbstredend knüpft die reiche Symbolik des Schofars im Mittelalter und Neuzeit a u c h an dessen Beziehung zur Gesetzgebung an; aber das führt nie zu einer Aenderung der Auffassung des Tages und seines Inhaltes. 3 Schoemann-Lipsius, Griech. Altertümer II 464. 4 Vgl. Jos. Alt. XX 178 xouc; axpaxuoxae «vaxaXsaaa&ai xiß adXxtffi• 5 Ueber den Streit der axor^sla vgl. Sen. Nat. qu. III 28, 7; Heraklit All. Horn. 25. 6 Daß diese Deutung den Begriff der Hieromenien voraussetzt, wäre an sich möglich (vgl. über diese als Friedenszeit Dion Pr. 6,34), ist mir aber wegen des Fehlens dieses Zusammenhangs bei Philon nicht wahrscheinlich. 9*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.