Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 133)
- Language
- German
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180 §4. B. 1. Analyse der Deutungen Phiions ist der Sauerteig Symbol der ״vernünftigen Erhebung der Seele", also (nach stoischer Definition) der Freude, die man, im Gegensatz zu der streng verpönten ״Eust", billigte und dem Weisen allein vorbehielt1. Sie ist das deutliche Gegenbild zu der Auffassung der ungesäuerten Brote als ״Brot der Pein", die wir in einer allegorischen Schrift fanden2, und sucht ebensowenig wie diese eine Beziehung zum Zeitpunkt des Festes. Wie und ob die kynische Quelle sich mit dieser ihr sehr unbequemen Bestimmung auseinandersetzte, wissen wir nicht. Dagegen entspricht die Auffassung der zwei Brote als Symbole der Vergangenheit und Zukunft § 187 genau der des ersten und letzten Tages des Mazzotfestes und könnte ihr entnommen sein. Den 1. Tischri faßt die Mischna, u. z. bereits anonyme Diskussionen3, als Neujahrstag auf; auch Josephus scheint diese Auffassung zu kennen, da er Alt. I 80 f. angibt, der Marcheschwan Dios sei zur Zeit der Sintflut der zweite Monat gewesen, und Moses habe nur hinsichtlich der Festordnung den Nisan an erste Stelle gerückt (Ex 122); seltsamerweise beginnt er trotzdem die Aufzählung der Festopfer mit dem 1. Tischri (III 239), u. z. ohne dessen Bedeutung als Jahresanfang zu erwähnen. Dagegen wird nach Philon SpE. II153 ״der Monat, in den die Herbstgleiche fällt, wiewohl er im Sonnenjahr der erste ist, vom Gesetz nicht als erster bezeichnet, weil es . . . höchst unpassend und ungehörig wäre, den Monat der Oede und Unfruchtbarkeit als ersten auszuzeichnen4". Er kennt also die Einrichtung des ״Sonnenjahres", d. h. des makedonisch-ägyptischen Kalenders, und polemisiert gegen sie, ohne zu wissen, daß er damit auch eine jüdische Anschauung traf. Vielmehr soll nach ihm der 1. Tischri nur an den Trompetenschall bei der Offenbarung am Sinai erinnern (§ 189) 5, 1 StVFr. III 431 ff.; vgl. auch Leise Gangs Index unter eikafteia; HansLewy, Sobria ebrietas 34 ff. 2 S. o. S. 124. 8 Hoffmann, Das Buch Leviticus II 225. 4 Aehnlich Quaest. in Ex. I § 1. 5 Die Angabe, daß der Schall ״bis ans Ende der Welt drang“ (=־ Dec. 34), erinnert an T. Seb. 116a ״die Stimme drang bei der Offenbarung von einem