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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 132

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 132)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--131-2727077
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Pfingstfest 129 Begehung des Wochenfestes als Offenbarungsfest zu Phiions Zeit volkstümlich war. Bedenkt man, daß Philon die verschiedensten Deutungen der Feste häuft, so wird man in dieser Uebergehung ein Zeichen von Unkenntnis einer für Palästina gut bezeugten Vorstellung sehen dürfen1. Seine eigene Deutung (§ 176ff.) ist der Zahlensymbolik, also Spekulationen über die Zahl 50 und ihre Beziehung zum rechtwinkligen Dreieck, dem ״Ursprung der Körperwelt“ (nach Platon Tim. 53 C ff.) entnommen2. Schwierigkeit bereitet ihm die Be- Stimmung, daß die Brote, die an diesem Fest dargebracht werden sollen, gesäuert sein sollen; und die gleiche Schwierigkeit muß auch für diejenigen seiner Vorgänger bestanden haben, die dem Verbot, Gesäuertes darzubringen (Dev 2U) und es am Mazzotfeste zu genießen, irgendwelche weltanschauliche Bedeutung gaben. Seine erste Antwort geht davon aus, daß die Brote nicht dem Altar, sondern dem Priester zufallen (§ 183); er könnte das aus Lev 2320 ״heilig seien sie Gott für den Priester“ gefolgert haben; jedenfalls entsprach dem die Tempelpraxis, die M. Menachot V 6 näher beschrieben wird; hier mag an eine reinjüdische Quelle gedacht werden, zumal die Lösung mit dem Begriff vom Priester, den Philon erst § 164 nach der kynischen Quelle, aber im Einklang mit der allgemeinstoischen Vorstellung, entwickelt hatte, nicht leicht zu vereinigen ist. Nach der zweiten Antwort ist der Sauerteig Symbol der ״vollkommenen“ Nahrung; damit hängt offenbar die Deutung der ungesäuerten Brote § 158 zusammen, die der ״noch unvollkommenen“ Frucht entsprechen sollen; auch diese Antwort kann keiner allegorischen Quelle entnommen sein, da sie vom Zeitpunkt des Festes ausgeht, und der ״kynischen“ schon deshalb nicht, weil sie die ungesäuerten Brote anders auffaßte; auch hier ist eine rein jüdische Quelle möglich. Nach der dritten Deutung 1 Es ist auch keineswegs aus De vita contemplativa § 65 afrpotCovxai eicxd eß&otutöov zu folgern, daß die Therapeuten das Wochenfest besonders heilig gehalten hätten; vgl. Wendland, Neue Jahrbücher Suppl. 22, 741, 3. 2 Näheres in den Anmerkungen und bei Conybeabe, Philo about the contemplative life 100 f. 9

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