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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 128

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 128)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--127-2727073
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Garbenfest 125 unbedingt im Widerspruch1. Die Gerstengarbe soll nach ihm für die Menschheit im allgemeinen und für das jüdische Volk im besonderen dargebracht werden. Der letztere Gedanke wird § 168 dahin erläutert: das jüdische Volk ist froh, daß es sich nicht allenthalben2 Fremdling schelten lassen muß, vielmehr ein fruchtbares Fand erhalten hat und mächtige Völker hat beerben dürfen; Philon scheint Bibelstellen wie Deut 810, 6U ff. zu umschreiben. Seine Auffassung der Garbe als Dank für den Boden Palästinas stimmt gut zu der rabbinischen Anschauung3, nach welcher sie nur aus Palästina gebracht werden darf4. Völlig fern liegt dem Rabbinismus aber die erste Deutung. Sie setzt — in deutlichem Gegensatz zur zweiten — voraus, daß gerade die Frühlingsgarbe im Namen der Menschheit gebracht wird; indessen ist auch von Phiions eigenen Voraussetzungen aus schwer verständlich, weshalb gerade diese kleine Gabe kosmopoütisch aufgefaßt wird5 und weshalb gerade hier eingeschärft wird, was für den Staat der Priester sei, das sei das Judenvolk für die Erde (§ 163). Anlaß dazu kann doch wohl nur der Schriftvers Eev 2310 gegeben haben: ״bringet die Garbe zu dem Priester6“. Als Priester können 1 מוטדות kann auch Halbfeiertage bezeichnen, und das Schneiden der Garben in der Nacht vor der Feier wurde festlich begangen: Tos. Men. X 23. 2 A1s׳l dürfte hier kaum immer bedeuten; darin läge eine Hoffnung auf Aenderung der gegenwärtigen Lage, die an unserer Stelle keinesfalls ausgesprochen sein kann; es ist an Wendungen wie 01 asl xapovisc die jedesmal Anwesenden zu denken. 3 M. Men. IX 1; anders R. Jose ben R. Jehuda Men. 84a. 4 Den Voraussetzungen dieser Quelle entspricht es, daß nach De somn. II 75 die Garbe aus dem heiligen Lande sein muß. 6 Vgl. I 97, 168, 190 über den kosmopolitischen Charakter des ganzen jüdischen Gottesdienstes. 6 Wenn die Deutung über die einleitenden Worte ״sprich zu den Kindern Israels“ hinweggeht, so liegt darin nicht einmal eine besondere Gewaltsamkeit. Manche Gesetze sind an Moses (und Aron) gerichtet und sollen doch nicht nur von ihnen gehalten werden.

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