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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 125

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
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IRI
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122 §4. B. 1. Analyse der Deutungen Philo ns Weltgeburtstag nannten“1; er setzt sich zu der rabbinischen Auffassung insofern in Gegensatz, als zwar darüber, ob die Welt im Frühjahr (Nissan) oder im Herbst (Tischri) geschaffen sei, eine Meinungsverschiedenheit bestand2, aber nichts darauf hindeutet, daß man demMazzotfeste jemals (wie dem Neujahrsfeste) die Bedeutung des Geburtstages der Welt gegeben hätte. Das Fest dauert sieben Tage, von denen der erste und der letzte heilig heißt. Hierfür weiß Philon zwei Deutungen: entweder soll, wie bei einem Musikinstrument, ״durch die Harmonie der Endsaiten auch die der mittleren hergestellt werden“; hier schwebt ihm jene Eehre von der harmonischen Mischung der Extreme vor, die man neuerdings mit Grund auf Poseidonios hat zurückführen wollen3. ״Vielleicht will die Schrift aber auch lehren, daß die Vergangenheit und die Zukunft im Einklang mit dem Feste stehen sollen; denn die Vergangenheit berührt sich mit dem ersten, die Zukunft mit dem letzten Feiertag, und jedem dieser beiden Tage kommt außer der eigenen Bedeutung auch noch die des anderen zu; denn der erste, des Festes Anfang, ist zugleich das Ende der Vergangenheit, und der siebente, des Festes Schlußtag, bedeutet den Beginn der Zukunft. Es soll also das ganzeEeben des Tugendhaften, wie ich schon oben ausgeführt, als einem Feste 1 Zuletzt handelt darüber Norden, Geburt des Kindes 16, 3, der weitere Literatur nachweist. 2 Die Mehrheit war für den Anfang im Herbst; auch Jos. Alt. III 81 kennt keine andere Meinung. Vgl. Aptowitze r, Kain und Abel (1922) 4. 11 ריהa. ״Immerhin ist zu beachten, daß die Verlegung der Weltschöpfung in den Nissan an R. Josua einen vollwertigen Vertreter hat und auch manchen Midraschim zugrundeliegt, die zur Erläuterung der im Nissan erfolgten Aufstellung des Stiftszeltes an die Weltschöpfung anknüpfen (Num. r. 12, 4f.). Der Sieg des Tischri wird nachphiionisch sein“ M. Guttmann. In der Tat scheint auch nach dem Buch der Jubiläen die Weltschöpfung in das Frühjahr zu fallen: Finkelstein, Harvard Theol. Rev. 1923, 43. 3 Jaeger, Nemesios von Emesa 110 ff., der aus Philon Op. m. 82 und De fuga 112 heranzieht; über die Harmonie des Weltalls bei Poseidonios handeln auch Norden, Germ. Urgesch. 107 f. und Heinemann, Pos. met. Sehr. I 138, 9.

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