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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 123

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 123)
Language
German
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IRI
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120 §4. B. 1. Analyse der Deutungen Phiions Die Pesachfeier, also die Begehung des Vorabends des Mazzotfestes durch ein an den Auszug aus Aegypten erinnerndes Opfer, bezeichnet Philon regelmäßig durch Tidoya; er .kennt also diesen aramäischen Ausdruck, der die besondere Wertschätzung dieser Feier kennzeichnet. Unbekannt ist ihm dagegen die aus dieser Wert- Schätzung hervorgegangene Bezeichnung des gesamten Frühlingsfestes als Pesachfest, die sich in der Mischna1, nicht aber in den Gebeten findet, also gleichfalls nur der Umgangssprache angehört haben kann. Den aramäischen Ausdruck gibt er fast immer durch dtdßaaic wieder2, aber stets so, daß er das aramäische hinzusetzt; als bekannt kann er diese Gleichsetzung offenbar nicht voraussetzen; und in der Tat ist sie von großer Kühnheit: das griechische Wort bezeichnet das Hinübergehen über einen Fluß oder über eine Tandesgrenze3, während nach der Bibel (Ex 1227) das Opfer zum Andenken an das Hinwegschreiten Gottes über die Häuser der Israeliten gebradht werden soll4 *; Josephus’ Wiedergabe önepßaaia (Alt. II 313) zeigt, wie sich das griechisch ausdrücken ließ. An mehreren anderen Stellen sagt Phüon sogar dtaßarrjpia6, setzt also das jüdische Opfer gleich mit demjenigen, das die Griechen bei wichtigen Uebergängen, insbesondere beim Ueberschreiten von Tandesgrenzen, brachten6, und meint, es erinnere an die Ueberschreitung der ägyptischen Grenze durch das Volk Israel (SpT. II 146) — ein schönes Beispiel für die Gleichsetzung von Festen, die gerade auch bei Frühlingsfesten später so oft wiederholt worden ist. Allegorisch bedeutet diese Ueber- 1 z. B. Pesachim 11 2 חמץ של כברי שעבר עליו הפסח. 2 Stellen in Leisegangs Index; dazu kommt wohl Quaest. in Ex. I 4^ 3 Phiions Zusammentreffen mit neueren bibelkritischen Anschauungen ist hier so wenig ״zufällig“ wie hinsichtlich des Saturnstags Sabbat (etwa^ Eebdmans, Beihefte zur ZAW 41, 79 ff.), sondern beruht auf verwandtem Rationalisierungsbedürfnis. 4 Den gleichen Ausdruck gebraucht Eusebios H. E. VII 32, 17 f. in der Wiedergabe eines Aristobul-Stückes; daraus folgt nicht mit Sicherheit, daß schon dessen Verfasser ihn kannte. 6 Stellen bei Leise gang. Stengel RE V 301.

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