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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 113

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 113)
Language
German
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IRI
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110 §4. B. 1. Analyse der Deutungen Phiions Philon hat also in seiner Behandlung des Alltags zwei Quellen in recht selbständiger Bearbeitung zu einer Abhandlung verschmolzen, die beim ersten Eesen zweifellos einen ziemlich einheitlichen Eindruck macht, aber bei genauerem Hinsehen doch ]Risse zeigt. Die zweite, gar nicht streng zum Thema gehörige Hälfte schließt sich an die Allegoriker an; die erste, von der die Bezeichnung des Alltags als Festtags und auch die Tabelle der 10 Feste nicht trennbar ist, kann sowohl der buchstäblichen Auffassung der Feste wie des philosophischen Standpunktes wegen die gleiche sein, die wir als die kynische bezeichnet haben. Genaueres kann nur die Prüfung der folgenden Einzelfeste ergeben. Das erste dieser neun Feste ist der Sabbat. Philon begründet zunächst die Auszeichnung des 7. Tages und das Arbeitsverbot im allgemeinen (§ 56—64), sodann die besonderen Vorschriften (§ 65—70). Die Auszeichnung des 7. Tages rechtfertigt Philon unter Berufung auf die Beziehung des wöchentlichen Ruhetages zum Sabbat der Schöpfungswoche (§ 58 nach Gen 2! ff.) mit Hüfe der Zahlensymbolik. Daß er hier methodisch nur auf den Schultern der Griechen steht und sich zu seinen rabbinischen Zeitgenossen im Gegensatz befindet, ist in zusammenfassenden Untersuchungen zu zeigen. Auch ohne solche ist leicht einzusehen, daß die besondere Deutung der Sieben auf nicht jüdischen Voraussetzungen beruht. Im weiten Felde phiionischer Hebdomadenspekulation1 gibt es meines Wissens nur eine Einzelheit, die mit einer rabbinischen Angabe übereinstimmt: die Meinung, daß Siebenmonatskinder lebensfähiger sind als Achtmonatskinder Op. m. 124 Nidda 27a2 * 4. Dagegen fehlt der Eehre des Buches der Jubiläen über die Jahrwochen und den Aufzählungen von Hebdomaden im 1 Die Stellen bei Conybeare, Philo abont the Contemplative Life 101. 2 Da die Meinung noch heute verbreitet ist, so möchte ich ausdrücklieh feststellen, daß sie nach der mir gewordenen fachärztlichen Auskunft nicht zutrifft, die Uebereinsfcimmung also nicht auf Beobachtung beruhen kann. Griechische und sonstige Belege bei Roscher, Abh. Säch. Ges. XXI 4 (1903) 67 f.

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