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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 112

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 112)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--111-2727057
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Allegoriker und Kyniker über den Feiertag 109 der Sara, die § 54 f. angefügt ist, wird De Abr. 202 ff. ausdrücklich als allegorisch bezeichnet. Sie wurzeln insofern in verwandter Weltanschauung wie die vorhergehenden Gedankengänge, als natürlich auch die Kyniker lehrten, daß der Tor keine wahren Vergnügungen kennt1, und an den Staatsfesten scharfe Kritik übten2. Dennoch wirkt hier und an einer verwandten Stelle3, an welcher das ״Ausruhen“ und demgemäß der Sabbat nur Gott zugesprochen wird, eine andere Hand als in den Ausführungen über den Feiertag ״Alltag“. Während nach beiden letzterwähnten Stellen Freude oder Mühelosigkeit keinem Sterblichen zuteil wird, sprechen Phiions Kyniker die Fähigkeit zur P'estfreude — und zwar zur alltäglichen Festfreude — den Urmenschen und ihren heutigen Nachahmern zu. Der Begriff des Weisen, an den auch für sie die Möglichkeit wahrer Festfreude gebunden bleibt, ist für sie nicht, wie meist bei Philon, ein unerreichbarer Grenzbegriff, sondern, wie er den Urmenschen zukam, so auch für die heutige Menschheit durch Verzicht auf die ״unnatürlichen“ Taster leicht zu gewinnen. Und dieser Unterschied dürfte damit Zusammenhängen, daß nach dem reinen Kynismus unser Glück ganz wesentlich durch die Abkehr von der Verfeinerung der Kultur bestimmt ist — je weniger wir bedürfen, um so näher stehen wir Gott4; Diogenes glich den ״leicht dahin lebenden“ Göttern5 —, während der Stoiker, auch wenn er dem Kynismus nahebleibt, bei Weisheit und Göttemähe an eine sittliche und — gerade nach Phiions Auffassung — geistige Höhe denkt, die in jedem Kulturstande allerhöchstens nur wenigen Edelmenschen erreichbar sein kann. 1 Diogenes Fg. 2. 2 Antisthenes Fg. 76; Wendland, Philo und die Diatribe 41 ff. 3 De Cherub. 87 ff. Phiions Angabe, daß Moses mehrfach den Sabbat als Sabbat Gottes bezeichne,ist (gegen Cohns Anmerkung, aus welcher L. Trojb bei Reitzenstein, Vorgeschichte der Taufe 347 weitere Folgerungen zieht) richtig; vgl. Ex 3113, Lev 193, 30, 26a. Auf den Nachweis, daß das Feiern nur Gott zukommt, verweist Philon § 91 selbst. 4 Krates Brief XI. 5 Dion von Prusa 6, 31.

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