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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 106

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 106)
Language
German
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IRI
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♦ Allegoristische Quelle 103 also oft genug gerade die kennzeichnenden Gedankengänge in seinem Sinne um, so daß die Scheidung im einzelnen nicht immer gelingt; aber es lohnt sich, den Unterschied der Hauptrichtungen, der durchaus erkennbar ist, herauszuarbeiten. Die erste Quelle nennt er Migr. Abr. 89 ff. Es sind jene radikalen Allegoristen, die die Beteiligung an jeder rituellen Handlung, also insbesondere auch an jeder Festfeier, ablehnen, nicht aus Kritik an der Thora, sondern in der Voraussetzung, daß diese die Innehaltung im buchstäblichen Sinne gar nicht will. Gegen diese Voraussetzung hat auch Philon, wenigstens in den allegorischen Schriften, nichts einzuwenden; die andere Frage ist für ihn, ob man dem Schein, der die Uebung der Menge für sich hat, Rechnung tragen soll; aber die Entscheidung hierüber berührt die Deutung des Sinnes der biblischen Vorschriften nicht. So gibt er jenen Vorgängern denn auch grundsätzlich zu, daß der Sabbat ausspricht, daß das Wirken dem Ungewordenen, das Ruhen dem Gewordenen zukommt (näheres s. u.), und daß das Fest nur Symbol der Seelenfreude und des Dankes gegen Gott sein soll — nach der wahren, der Meinung der Thora entsprechenden Deutung; danach wünscht die Thora gar nicht die Auszeichnung bestimmter Tage und Zeiten, ja, sie will überhaupt nicht auf unser Handeln wirken, sondern uns nur Iyehren erteilen, bestenfalls eine Stimmung des Dankes und der Freude in uns erzeugen, aber als Dauerstimmung; wäre sie an bestimmte Zeiten geknüpft, so würden diese Feste zwar anders, als es die Menge tut, aber doch begangen werden; und das wird von jenen Allegoristen zweifellos bestritten. Natürlich beruht diese Auffassung der Feste auf dem gleichen Bestreben, den Sinn der Thora über alles Wann und Wo herauszuheben und nur auf das ewige Verhältnis der Seele zu Gott zu beziehen, aus dem die Umdeutung biblischer Erzählungen und Vorschriften im allegorischen Kommentar hervorgegangen ist. Andere Vorgänger nennt Philon SpU. II 159. Als Grund dafür, daß die Brote des Pesachfestes ungesäuert sind, wird ״von den Erklären! der heiligen Schrift folgender angeführt: die ungesäuerte

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