Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 102

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2720904-2721055--101-2727047
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Abweichungen von den Rabbinen 99 frommen Werke tun“, ebenso zutreffend (I 186 ff.), wie er1 dem Unterschiede zwischen der Reinheit der jüdischen Feste und der Ausgelassenheit der meisten heidnischen2 gerecht wird (I 192 f.). Im Widerspruch zu der rabbinischen Praxis steht Phiions Angabe (II 188), daß am 1. Tischri nur im Tempel, u. z. beim Opfer, nicht auch in Synagogen und Privathäusem mit einer ״Trompete“ geblasen wurde; über deren besondere Beschaffenheit3 weiß er nichts, während der Nichtjude Plutarch die Eigenart dieser ״kleinen Trompeten“ zu kennen scheint4, verwechselt vielmehr das Schofar mit den Trompeten, die nach Num 1010 bei allen Festopfem Verwendung fanden. Dagegen beweisen die Deutungen des Sabbat־ und Hütten־ festes II 66 f. und 206, wie wir sehen werden, nicht seine Unkenntnis gesetzlicher Bestimmungen, wohl aber, daß er einer Quelle folgt, welche die herkömmliche Art der Feier nicht anerkannte. Auf argumenta ex silentio ist nicht viel Gewicht zu legen; immerhin sei festgestellt, daß Philon zwar die Laubhütten, aber nicht die gleichfalls am Hüttenfeste vorgeschriebenen Feststräuße erwähnt, die gleichfalls Plutarch kennt5 und Josephus (Alt. III 245) geschickt mit ihrer attischen Schwester, der Eiresione, gleichsetzt — eine Einrichtung, deren große Beliebtheit schon daraus hervorgeht, daß zur Zeit der Mischna für drei von den vier vorgeschriebenen Gewächsarten neue Worte üblich waren und die biblischen verdrängt hatten6; allerdings trat dieser Ritus damals in der Diaspora weniger hervor 1 Namentlich SpL. I 192 ff.; verwandte Stellen sammelt und bespricht Hans Lewy, Sobria ebrietas 33, 3. Talmudische Parallelen bei L. Cohn, Schriften der jüd. hell. Literatur III 195, 1. 2 Schub aut, Aegypten von Alexander bis Mohammed 93, 139. 3 Daß nur ein Tierhorn benutzt werden darf, setzt die Mischna Rosch hasch. III 2 als bekannt voraus. 4 Quaest. conv. IV 6, 2. 6 A. a. O. 6 An Stelle der Lev 214 gebrauchten Ausdrücke setzt man das nachexilische הדם und die Neubildungen אתרוג und לולב (Loew, Flora der Juden II 328, III 284 ff.). 7*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.