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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 62

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--061-2727007
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63 und in seiner Synagoge, auf seinen Treppen auch und in seinen Wohnungen, an die theologische Luft in dem alten Garten hinter dem Hause, oft gleichsam, wenn es so gesagt werden darf, dem ״Garten Epikurs“ und der ״Epikureer“. Der Wunsch, der in dieser Stunde im Namen unseres Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes und, in persönlicher Verbundenheit, namens der Großloge für Deutschland und der deutschen Logen ״Bne Brith“ dargebracht sei, ist darum der, daß die Breslauer Theologie Platz und Geltung besitze, daß unser Breslauer Seminar, das in sein viertes Vierteljahrhundert nun eintritt, nicht nur Nachkomme und Nachfolger früherer Jahrzehnte sei, nicht nur Deszendent, sonder Aszendent, oder, um es mit einem Wort, herausgenommen aus dem Psalm, zu sagen: והדרך צלח רבב על דבר אמת ״Deine Würde ist: schreite aufwärts im Worte der Wahrheit!“ Das ״Wort der Wahrheit“, das ״wahrhaftige Wort“, von der Ehrfurcht vor der schlichten Tatsache an bis hin zu dem erkennenden Ahnen des Letzten, das ist ja Theologie, Theologie des Judentums. Professor Dr. E 1 b o g e n für die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin: Hochverehrte Versammlung! Im Namen der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, für ihr Kuratorium und ihre Dozenten, habe ich die Ehre, dem jüdisch-theologischen Seminar schwesterliche Grüße zu entbieten. Das schwere Schicksal unseres Vaterlandes hat beide Anstalten vor die Frage von Sein oder Nichtsein gestellt und hat beide Anstalten zu einer Notgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich zur Aufgabe stellt, die vorhin erwähnte Arbeit der Freunde des Seminars ein wenig zu erleichtern, und bisher gute Früchte gezeitigt hat. Ich weiß nicht, ob ich wünschen soll, daß wir weiter auf diese gemeinsame Arbeit angewiesen sein mögen, aber leider wird sie ja für absehbare Zeit noch erforderlich sein, und ich will hoffen und wünschen, daß wir reibungslos und friedlich miteinander weiter arbeiten, wie wir es bisher getan haben. Aber über dieses Aeußerliche und Materielle hinaus fühlen wir an den wissenschaftlichen Anstalten zur Ausbildung jüdischer Theologen das Bedürfnis, dem jüdisch-theologischen Seminar den tiefempfundenen Dank auszusprechen für die Pionierarbeit, die es geleistet hat. Das Seminar hat den Standard des modernen jüdischen Theologen geschaffen. Durch die Großherzigkeit eines Mannes begründet und nach dem Geiste eines Mannes geformt, trat es wie keine andere gleichartige Anstalt fertig und mit einem festen Plan an seine Arbeit. Es war ein kühnes Wagnis, wenn Zacharias Frankel im Jahre 1854 als

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