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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 59

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--058-2727004
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60 Niemals ist die Kommission, welche zur Entscheidung der Zwistigkeiten das Gesetz vorsieht, gebildet worden. Daß aber die Bestimmung in das Gesetz hineinkam, das ist es eben, was mit der Entstehungsgeschichte dieses Seminars eng verbunden ist. Denn, wenn ich sage, der Zeitpunkt» in dem das Seminar entstanden ist, ist kein Zufall, so ist auch der Ort, wo es entstanden ist, durch die Zeitverhältnisse bedingt gewesen. Eben zu denjenigen Gemeinden, die damals zerrissen wurden, durch den Auf einanderprall der beiden Weltanschauungen im Judentum, auf der einen Seite das starre Festhalten an der Vergangenheit, auf der andern Seite der stürmische Drang in die neue Kultur zu den Gemeinden, die damals durch diesen Kampf der Meinungen zerrissen wurden, gehörte nicht zuletzt die Gemeinde Breslau und die traurigen Vorkommnisse, die die Folge waren, haben nicht zuletzt dazu geführt, daß in dieser Stadt in hochgesinnten Männern der Wunsch aufkeimte» Möglichkeiten zu schaffen, um die Gegensätze zu überbrücken und von innen heraus die Dinge so zu gestalten, daß ein Eingriff des Staates nicht wieder notwendig wurde. Der Weg war, Schaffung von Führern für die Gemeinden, die auf dem historischen Boden des Judentums stehend, der Wissenschaft der Zeit sich nicht verschlossen. So ist aus der Zeit herausgewachsen, was das Seminar zur Brücke gemacht hat, die den Abgrund zwischen den verschiedenen Richtungen im Judentum überbrücken sollte. Verehrte Versammlung! In welcher Weise das Seminar diese seine Aufgabe zu lösen sich bemüht hat, welches Ziel unter diesem Gesichtspunkt es sich gesetzt hat, und was es zur Erreichung desselben getan, das ist heute bereits so ausführlich dargelegt worden, daß eine Wiederholung nicht am Platze erscheint. Ich habe, wenn ich den Wünschen der Gemeinde Berlin und damit den Wünschen aller Gemeinden in dieser Stunde Ausdruck geben soll, nichts anderes zu sagen, als dies, daß das jüdisch-theologische Seminar zu Breslau, wie es in der Vergangenheit als Friedensbringer und Brückenschlager Männer hinausgeschickt hat, die in sich die Synthese darstellten zwischen jüdischer Tradition und Kultusbewußtsein, es auch in Zukunft dieser Aufgabe treu bleiben und es ihm vergönnt sein möge, Führer heranzubilden, die die Einheit des Judentums als eine Lebensfrage ansehen und imstande sind, durch ihr Wissen und Wirken ihrer Erhaltungin den Gemeinden zu dienen. Rechtsanwalt Dr. AlfredKlee, für die Repräsentanten Versammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde und die Jewish Colonisation Association, Paris: Meine Damen und Herren! Dem Wunsch unseres Berliner Gemeindevorstandes schließt sich die Repräsentanten-Versammlung gern

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