Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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58 anderen Gästen auch der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden — ein noch junger Verband, der die von dem verehrten Herrn Festredner und von dem verehrten Herrn Rektor der Universität mit Recht als überaus wertvoll bezeichnete Tradition noch nicht besitzt und an ruhmvoller Geschichte sich mit Ihnen nicht messen kann. Trotzdem wellte und konnte der Landesverband bei der heutigen Feier nicht fehlen. Hat sich doch in ihm die gesamte Judenheit ein Organ geschaffen, das zu ihrer Vertretung bei feierlichen Gelegenheiten berufen ist. Es gehört aber auch zu den Aufgaben des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, die einzelnen Gemeinden untereinander zu verbinden, und dasjenige zu pflegen und zu betreuen, was allen Gemeinden gemeinsam ist. An erster Stelle steht in jeder Gemeinde die Sorge um den religiösen Kultus und um den Religionsunterricht. In welcher Weise die Gemeinden diese Sorge auszuüben haben, das zu zeigen ist Aufgabe der religiösen Führer und Lehrer der Gemeinde^ der Rabbiner. Deswegen ist es für die Erhaltung der einzelnen Gemeinden und des gesamten Judentums von allergrößter Bedeutung, daß die Anstalten zur Heranbildung der Rabbiner weiter wachsen und blühen. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat daher in ganz besonderem Maße die Aufgabe, die Lehranstalten für die Ausbildung von Rabbinern, deren Gedeihen ihm außerordentlich am Herzen liegt, nach besten Kräften zu fördern und zu unterstützen. Diese Kräfte sind zur Zeit, wie es bei einer so jungen Körperschaft nicht Wunder nehmen kann, nicht besonders groß. Aber ich glaube, Ihnen versichern zu dürfen, daß trotz der schweren Zeiten, in denen gerade die Rabbinerseminare hart um ihre Existenz ringen müssen, es durch die Unterstützung des Landesverbandes möglich sein wird, ihnen das Rückgrat zu stärken und ihren Bestand zu sichern. Der Preußische Landesverband freut sich, durch die heutige Feier Gelegenheit zu haben, zu dem Breslauer Rabbinerseminar in engste Fühlung zu gelangen. Und ich selbst bin stolz darauf, daß es mir durch Ihre freundliche Einladung möglich gewesen ist, einen Blick zu tun in Ihre Arbeit und in Ihr Wirken. Ich danke Ihnen für die Einladung und beglückwünsche Sie namens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, zugleich auch namens der übrigen deutschen Landesverbände, die sich mit dem preußischen in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, zu dem heutigen Jubiläum. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß aus dieser Pflanzstätte Wissenschaftlicher Forschung noch viele Generationen geistiger Führer hervorgehen mögen zur Ehre dieses Rabbinerseminars und zum Heil des gesamten Judentums.