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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 51

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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IRI
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52 So grüße ich Sie noch einmal im Namen der schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Ihrem Jubeltag, und möchte Ihnen als Wunsch aussprechen, daß es Ihren Lehrern, getragen von der Liebe und Verehrung der Schüler, gelingen möge, die wissensdurstige Jugend weiter zum Lichte zu führen, rein über’m Staube. Professor Dr. Winter- Dresden für die früheren Hörer und den Verband der Israelitischen Religionsgemeinden im Freistaate Sachsen: Hochverehrte Versammlung! Nach den bedeutsamen und geistvollen Darlegungen des Herrn Festredners und den erhebenden Worten des Herrn Regierungsvertreters und des Rektors der Universität kann ich eine gewisse Befangenheit nicht überwinden, da ich vor Sie hinzu־ treten habe. Aber als einer der ältesten Hörer unseres jüdisch-theologischen Seminars Fraenckelscher Stiftung habe ich im Namen der Hörer des Seminars und im Aufträge des Verbandes der Israelitischen Religionsgemeinden im Freistaate Sachsen Dank und den Ausdruck der Verbundenheit dieser Gemeinden mit unserem Seminar darzubringen. Bei aller Befangenheit fühle ich mich dennoch dazu berufen, diesen Empfindungen der Israelitischen Religionsgemeinden im Frei- Staate Sachsen hier Ausdruck zu geben, da ich von unserem Gotte der besonderen Gnade gewürdigt bin, an der Stelle zu wirken, wo einst der geistige Begründer unseres Seminars, Zacharias Frankel, gewirkt hat. Als ich — es war am vergangenen Neujahrsfeste 43 Jahre her — in dem Gotteshause, welches Zacharias Frankel im Jahre 1840 geweiht hat, zum ersten Male die. Stätte betrat, von der er das Wort an die Gemeinde gerichtet hat, begann ich in geziemender Demut mit den Worten der Ermahnung unserer Weisen: ובמקום גלולים אל תעמול ,,Tritt nicht an die Stätte, wo Große gestanden haben.“ Ich war mir damals dessen bewußt, daß mir besondere Gnade geworden, und ich bin mir in dieser Stunde dessen bewußt, daß mir besondere Gnade geworden, und deshalb fühle ich mich berufen, die Anhänglichkeit und die Dankbarkeit der Israelitischen Religionsgemeinden Sachsens hier auszusprechen. Keine der Gemeinden Sachsens hat einen Rabbiner gehabt, der nicht in unserem Seminar ausgebildet war. Was Frankel in Sachsen gewirkt hat, will ich in kurzem Umriß andeuten. Als Frankel im Jahre 1854 von Dresden hierher kam und an unserem Seminar seine Lehrtätigkeit aufnahm, fühlte sich die Dresdner Gemeinde in ihrer Würde gehoben, da ihr Rabbiner geistiger Begründer und Leiter eines Instituts wurde, welches auf die gesamte Judenheit belebend gewirkt hat. Als Frankel aus diesem Leben geschieden war und die

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