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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
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50 behalten, diese für die ganze Entwicklung des jüdischen Glaubens hochbedeutsame Anstalt ins Leben zu rufen. ״Ein Seminar zur Ausbildung von Rabbinern und Lehrern“ heißt die schlichte Bestimmung des Testaments. Ihre Anstalt ist mehr geworden! Weit über die Grenzen Schlesiens hinaus hat sie ihre Wirksamkeit und ihren Ruf entfaltet, Gelehrte von hervorragender Bedeutung in unsere Stadt gezogen, das geistige Leben des deutschen Volkes durch die wieder in die Ferne eilenden Schüler hinausgetragen in andere Länder. Eine Fülle wissenschaftlicher Werke, kulturgeschichtlicher, religiöser und philosophischer Art, sind die Früchte Ihrer Arbeit, darunter manche, die auch das hohe Interesse des Außenstehenden wachrufen. Ich erinnere an das besonders für uns Schlesier so hochinteressante Werk Branns ״Geschichte der Juden in Schlesien.“ So hat die Idee Ihrer Anstalt, wie sie der heutige Herr Festredner in so glänzenden Ausführungen dargelegt und wie sie einer ihrer Lehrer früher einmal in die Worte gekleidet hat: ״durch Wissenschaftliehe Erkenntnis der Vergangenheit im Dienste religiöser Erneuerung eine Brücke zu schlagen über den Abgrund der Zeiten“, volle Erfüllung gefunden. Wenn nun am heutigen Tage, am Ende eines weltumwälzenden Krieges, im Beginn einer neuen Epoche politischen, wirtschaftlichen und technischen Lebens der Menschen Ihre Anstalt sich anschickt, ins letzte Viertel hundertjährigen Bestehens zu treten־, so bitte ich, ihr als Vertreter des Staates zwei Wünsche auf den Weg geben zu dürfen: Möchte es ihr gelingen, innerhalb des Judentums die hohen sittlichen Kräfte Ihres Glaubens zu verstärkter Wirkung zu bringen, die Reinheit und Hoheit Ihrer Lehre in der Lebensauffassung jedes Einzelnen Ihrer Gemeinschaft betätigt zu sehen, und möchte es ihr ferner beschieden sein, die Fackel der Wissenschaft immer heller und heller leuchten zu lassen, bis durch ihr Licht auch außerhalb des Judentums die letzten, immer noch schwelenden Wolken engherzigen Vorurteils, finsteren Aberglaubens und lieblosen Religionshasses für immer und ewig geschwunden sind! Professor Dr. Ehrenberg, Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität: Meine sehr verehrte Festversammlung! Zum 75 jährigen Jubelfest des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau sprechen Rektor und Senat der schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität ihre herzlichsten Glückwünsche aus. Indem wir Ihre Schüler unter unseren

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