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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 26

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--025-2726971
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27 innere Befriedigung aus. Man konnte sich sagen, daß die intuitive, geistige Femschau, von der die Gründer beseelt waren, vom Leben selbst bejaht und in Wirklichkeit umgesetzt wurde. Die Lehr- und Forschertätigkeit, die von hier ausging, zog immer größere Kreise um sich, wirkte befruchtend mittelbar oder unmittelbar auf die weiteste Allgemeinheit, soweit es sich um klares Erkennen und Anerkennen jüdischer Werte, jüdischer Geistesarbeit, jüdischen Glaubens und Wissens gehandelt hat. — Dank der begeisterten und hingebungsvollen Arbeit jener ersten Männer, die den Grund zu diesem Bauwerk gelegt haben; dank ihrer Geisteskraft und ihrer Freude am Schaffen, konnte und durfte man das erste Jubiläum mit dem Schriftwort schließen: ״ וירא אלהים את האור כי טובund Gott sah das Licht, daß es gut sei“. An der hier erschlossenen Lichtquelle entzündeten sich neue Flammen, neue Strahlen ergossen sich von hier aus, die weithin wohltuende Aufklärung verbreiteten. Schon das erste Geschlecht hatte die Genugtuung, zu sehen, wie Schüler, die aus diesen Mauern hervorgegangen sind, zu vollendeten Lehrern und Forschern geworden sind, zu bewährten Pflegern des jüdischen Gedankens in Wort und Schrift, zu würdigen und bewährten Mitarbeitern am Weiterbau der jüdischen Wissenschaft. Schon das erste Geschlecht hatte die Freude, zu sehen, wie an verschiedenen Orten neue Pflanzstätten, neue Mittelpunkte der jüdischen Lehre und der jüdischen Wissenschaft entstehen und emporblühen, mit denselben Aufgaben und Zielen, die hier begründet wurden und hier gepflegt werden. Doch unser eigener Rückblick, so dürfte man einwenden, gehe ja so weit nicht, er gelte vorzugsweise der zweiten Jobeiperiode. Wir sollten uns daher zunächst fragen: Welches Bild ergibt sich aus der Schöpfungsarbeit, die innerhalb der zweiten Periode geleistet wurde? Die Antwort hierauf sollte in einigen Worten gegeben sein. So scheint es wenigstens für den ersten Blick. Von einem ganz neuen בראשית, von einer Genesis in dem Sinne, wie sie vor 75 Jahren zustande gekommen ist, kann diesmal nicht mehr die Rede sein. Art und Richtung des Schaffens, dieses so hochbedeutende למינהו, das im Schöpfungsabschnitt oft wiederholt wird, war ja bereits von den Gründern festgelegt. Das Hauptverdienst der Männer, die die zweite Periode eingeleitet haben, ist nicht mehr in ursprünglicher Neuschöpfung zu suchen, sondern darin, daß sie das bereits Geschaffene unentwegt und ohne Richtungsänderung weitergeführt haben. Und sie verstanden es in der Tat, das begonnene Werk ganz im Sinne und Geiste der Vorgänger fortzusetzen, zu entwickeln, zu vertiefen.

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