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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 109

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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82 Schlüsse, daß es das beste ist, jene einfachste und älteste Religion und zwar die Naturreligion zu bekennen, welche dem Gemüte eines jeglichen von dem unsterblichen Gotte eingepflanzt ist, in welcher Abel, Enoch, Seth, Noah, lob, Abraham, Isaak, Jakob, die Gott teuersten Heroen gelebt haben.191) Salomo erwidert: Wenn wir jenen Heroen ähnlich wären, so brauchte es keine Gebräuche und Zeremonien; das Volk aber könne sie nicht entbehren. Ebenso erklären Curtius, Octavius, Coronaeus ein jeder seine Religion für die beste. Sie alle aber stimmen den Worten Fridericus und Curtius zu, daß die Religionen einander nicht bekämpfen, sondern zu Frömmigkeit, Gerechtigkeit und gegenseitiger Liebe einladen sollen. ,,In der Folge haben sie in bewundernswerter Eintracht, Frömmigkeit und Unbescholtenheit gemeinschaftlich die Studien im Zusammenleben gepflogen, aber keine Disuptation über die Religion nachher mehr gehalten, obgleich ein jeder seine Religion in höchster Heiligkeit des Wandels behauptete/'192) Dieser Ausgang des Gespräches ,,von den verborgenen Geheimnissen erhabener Dinge" ist vorbereitet durch eine Szene zu Beginn der Unterredung. Da hatte Coronaeus beim Nachtisch unter die Aepfel, die gereicht wurden, künstliche so geschickt hineinmischen lassen, daß der gutmütige Fridericus getäuscht wurde und herzhaft in einen künstlichen Apfel biß. Während alle hierüber lachten und die gelungene Nachbildung der Aepfel bewunderten, bemerkte Coronaeus: Wenn der Sinn des Gesichts, unter allen der schärfste so widersinnig sich irren kann, wie kann es geschehen, daß der Geist, welcher alles von den Sinnen erhält, eine Wissenschaft schwieriger und erhabener Dinge erlange?193) So endet das Gespräch mit einem non liquet. Und doch ist es nicht mattherzige Skepsis, die zu diesem Resultat führt, sondern charaktervolles Beharren auf der innig erfaßten religiösen Grundläge des Lebens. Gegen alle Energie rationaler Beweise verbleiben Coronaeus, Curtius, Fridericus auf der Seite des Glaubens, der ihnen durch Tradition und Autorität, durch Gefühl und Gesinnung geheiligt ist. Und hinwiederum wagt es Toralba, auf dem schmalen Fundament menschlicher Vernunft der Autorität der Kirche entgegenzutreten und mit der Klarheit des Geistes, der sich selbst vertraut, Vernunft und Aberglauben zu sondern. Die lw) Heptaplom. S. 145. 1*2J Heptaplom. S. 159. 193) Heptaplom. S. 66.

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