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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 108

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 108)
Language
German
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81 nur Verzeihung, sondern das höchste Lob der Gerechtigkeit und Unbescholtenheit erlange, daß aber Aristides, Solon, Lykurg Sokrates, Plato als die verbrecherischsten Menschen durch die beständigen Flammen der Hölle gemartert würden. Und ihm schließt sich Octavius mit den Worten an, daß selbst die Christen, welche nur einiges Urteil haben, dem beistimmen müssen. Denn könne Tugend den Menschen Gott angenehm machen, so leiste es nicht der Glaube und die eitle Gläubigkeit an Christi Tod, sondern die beständige Zuversicht zu dem ewigen Gott. Ihnen folgt Senamus, der ausruft: ich sehe, daß durch treffliche Handlungen jeder selig wird. Und daß je größere Religion gegen Gott, Pietät gegen das Vaterland, Verehrung gegen die Eltern, Liebe gegen den Nächsten, Wohlwollen gegen die Dürftigen, Gerechtigkeit gegen alle einer bewiesen hat, er dem unsterblichen Gott (wenn er auch fremde Götter durch gerechten Irrtum verehrt) desto angenehmer sein wird.189) Ihnen entgegnet Coronaeus: Ich aber pflichte stets den heiligsten Beschlüssen der römischen Kirche und besonders der Tridentinischen Synode bei, durch welche mit der Verwünschung des Anathem diejenigen beladen werden, welche meinen, daß der Glaube ohne Werke und die welche meinen, daß die Werke ohne den Glauben (an Christus) rechtfertigen. Salomo weist es zurück, daß der Mensch überhaupt durch etwas, sei es Glaube oder Werke, vor Gott gerechtfertigt werde. Gott allein ist gerecht, und außer ihm niemand, selbst nicht die Engel. Gottes Gnade wende sich demjenigen zu, der ihn liebe und seine Gesetze befolge. Nichts aber wird von dem göttlichen Gesetz verlangt, was du, wofern du willst, nicht leisten könntest. Und weit gefehlt, daß Gott etwas befehle, was nicht geschehen könne, oder denjenigen für das ganze Gesetz verantwortlich mache, welcher von einem Punkte abirrt, so wird sogar der, welcher alle Vorschriften des Gesetzes verletzt und von Reue geführt auf den Weg der Tugend zurückkehrt, Vergebung aller schlechten Taten erlangen.190) Angesichts der vielen Sekten, in die die christliche Religion gespalten ist, und der Tatsache, daß auch die Juden, ,,obgleich sie die Reinheit ihrer Religion mit einer großen Standhaftigkeit zu behaupten scheinen, die morgenländischen von den abendländisehen in den Gebräuchen abweichen/‘ kommt Toralba zu dem 189) Heptaplom. S. 136 ff. 190־) Heptaplom. S. 143.

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