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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 107

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 107)
Language
German
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IRI
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80 anderes sein, als ein Mensch, welcher Gott anhängen wird, wie der frömmste und Gott liebenste Geist der besten Menschen Gott anhängt; wohin das Wort gehört: mir ist gut, Gott anzuhängen/'185) Fridericus hingegen schließt: Toralba glaube, daß die göttliehen Dinge nach den Gewichten der Philosophon gewogen werden dürfen und glaubt nicht, daß Christus Gott sei.186) Nachdem so das Dogma der Gottheit Christi erörtert worden, ging die Diskussion zu anderen Gegenständen über, von denen der bedeutendste die Frage der Erbsünde war. Toralba und Salomo, denen sich wiederum Octavius anschloß, vertraten die Freiheit des Willens und stellten die Erbsünde in Abrede. ,,Denn alle Philosophen und Theologen, meinte Salomo, wissen nach langer Erfahrung, daß keine Tugenden der Eltern auf die Nachkommen übergehen; also könne es auch die Sünde nicht tun, da die Entgegengesetzten zu einer Regel gehören. Woraus folgt, daß es keine Erbsünde gibt/'187) Dem halten Coronaeus, Fridericus und Curtius die Lehre der Konzilien entgegen. Toralba aber will von keiner Autorität etwas wissen, die der Vernunft widerstreitet und weist die inneren Widersprüche nach, in die die Lehre von der Erbsünde führe. Salomo fügt hinzu, daß auch das Judentum an der Freiheit des Willens festhalte, wie sie Saadia, Kimchi, Maimonides lehre. Jene Geschichte von Adam aber besage auch garnicht die Erbsünde, sondern sei, wie Philo bereits erkannt habe, eine schöne und göttliche Allegorie. Jeder ist sich selbst Adam und alles was dem Adam zustieß, dasselbe stößt allen zu, welche durch die Netze der Sinne und Begierden und Süßigkeit der über das Maß ausschweifenden Wollust sich ergötzen. Und wie Adam, kann ein jeder wieder den rechten Weg finden. Das sicherste Heilmittel der Menschen aber sei die Befolgung des göttlichen Gesetzes, das weit entfernt, den Menschen zur Verzweiflung zu bringen wie Paulus lehre, Leben und Heil bedeutet für die, die an ihm festhalten. Und keine Erbsünde und Prädestination mache die Erfüllung des Gesetzes unmöglich, da Mose selbst dem Volke zugerufen habe: Wähle das Leben und du wirst leben!188) Andererseits findet es Toralba gänzlich gegen alle Vernunft, daß man durch das Bekenntnis, das Christus für das menschliche Geschlecht den Tod gelitten, für die gräßlichsten Verbrechen nicht 185) Heptaplom. S. 121. 186) Heptaplom. S. 121. 187) Heptaplom. S. 122. 18ף Heptaplom. S. 127 ff.

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