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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 104

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 104)
Language
German
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IRI
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_ 77_ eines Weibleins neun Monate verborgen gewesen, alsdann mit Fleisch, Gebein und Blut bekleidet und geboren worden, kurz darauf den schmählichsten Tod gestorben, aus dem Grabe wieder aufgelebt sei, und jene, im Himmel vorher ungesehene, körperliche Masse dorthin getragen habe.“173) Ihm stimmt Salomo zu: ,,Daß diese so neue und ausgezeichnete Veränderung in Gott falle, leugnen alle Völker der Hebräer und Ismaeliten, alle Sekten der Philosophen beständig. Ja, dem steht jene wichtige und himmlische Stimme entgegen: Ich bin der ewige Gott und verändere mich nicht. Worte, welche nicht nur zur Essenz gehören, sondern auch zu dem, was als Gottes Accidenz gehalten wird.“174) Auch ist Salomo der Ansicht des Maimonides (Moses Rambam), daß derjenige eine ebenso schwere Blasphemie auf sich lade, welcher glaubt, daß Gott etwas körperliches einwohne, als der welcher Idole verehre.175) Es ist unmöglich, so führt Toralda weiter aus, anzunehmen, daß die Natur Gottes sich mit der Natur des Menschen in Christus habe verbinden können. Denn wenn der menschliche Geist den unendlichen Gott nicht einmal durch Denken erreichen kann, wie möchte es geschehen, daß er die unendliche Wesenheit Gottes fassen und mit ihm wirklich und wahrhaft sich vereinigen könne?176) Auch ging dem Universum von der Vollkommenheit nichts ab, ehe Gott den Menschen angezogen hat. ,,Daher würde *Gott ohne Grund die mit Blut gemischten Exuvien eines Menschen angezogen haben, weil es nicht notwendig war.“177) Auch der Wille Gottes habe nur Kreaturen schaffen wollen, die sein und nicht sein können, nicht aber eine göttliche, ungeschaffene Person; Ebensowenig aber habe Christus, da er wahrer Mensch, also Kreatur gewesen sei, sich selbst schaffen können. Ebenso unmöglich aber habe in Gott, der ihrer Natur nach einfachsten Essenz, eine Hervorbringung von Personen stattfinden können.178) Diesen metaphysischen Schwierigkeiten suchen Coxonaeus, Fridericus und Curtius durch den Nachweis zu entgehen, daß Christi Handlungen seine göttliche Natur beweisen. Der Beweis aus den Wundern aber wird abgelehnt, da auch Dämonen Wunder zu tun vermöchten und dergleichen bei den Zauberern üblich sei. 173) Heptaplom. S. 86. 174) Heptaplom. S. 86. 175) Heptaplom. S. 108; More I, Kap. 36. 176) Heptaplom. S. 88, S. 108. 177) Heptaplom. S. 95. 178) Heptaplom. S. 96.

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