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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 103

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 103)
Language
German
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IRI
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76 Der Katholik, der Lutheraner und der Calvinist stimmen darin überein, daß sie in Christus nicht nur den besten Ausleger des göttlichen Gesetzes, sondern Gott selbst sehen, der den Menschen angezogen hat, um das menschliche Geschlecht vom ״immerwährenden Verderben zu retten. Ihnen gegenüber bekennt sich Senamus als indifferent und weltbürgerlich allen positiven Religionen gegenüber: er gehe in die Tempel und Kirchen aller Religionen, sowohl um nicht zu einem verderblichen Beispiel als Atheist beurteilt zu werden, als auch damit die Uebrigen durch Furcht vor einem göttlichen Wesen in Schrecken gehalten würden. Die wahre Religion verehre und erkenne er in jeder partikulären Religion. Toralba dagegen bleibt bei der Naturreligion, d. h. der vormosaischen, besonders bei der Religion Hiobs, der den einen ewigen Gott erkannt hatte. Salomo vertritt die Wahrheit des Judentums, da dieses schon dadurch als Wahrheit anerkannt sei, daß Islam und Christentum so sehr sie einander bekämpfen, doch das alte Testament anerkennen. Octavius sieht die Wahrheit des Islam dadurch erwiesen, daß der Islam die größte Verbreitung habe.171) Von den vier Religionen nämlich der der Juden, der Christen, der Ismaeliten und der Heiden, meint Fridericus, kann nicht mehr als eine die wahre sein. Nun widerlege die heidnische sich selbst, die ismaelitische verdiene keine Widerlegung. So sei der Hauptstreit mit den Juden, welche sich des Ursprungs der heiligen Bücher und des Altertums rühmen. So fragt er Salomo: Wenn durch die bündigsten Argumente und durch Zeugen, neben welchen es keine sichereren gibt, bewiesen werden kann, daß Christus wahrer Gott ist, wirst du wohl bekennen, daß die christliche Kirche, deren Haupt Christus ist, die wahre ist? Salomo erwidert: Aber das ist die Schwierigkeit!172) Denn so führt er aus, schon die historische Basis der Erzählungen des Evangeliums sei dadurch erschüttert, daß die Evangelien sich vielfach widersprechen, so in der Genealogie Christi. In dieser Kritik der Evangelien wird Salomo v.ön Octovius unterstützt. Dann aber stellt Toralba die entscheidende Frage : Warum beten die Christen Jesum an? ,,Denn wer ist wohl so beschränkten Geistes, um zu beweisen, daß der ewige Gott nach 600 000 Jahrhunderten, ja nach einer unendlichen Zeit, er der unkörperliche, vor doch nicht langer Zeit vom Himmel gefallen, in dem Leib 171) Heptaplom. S. 71 ff. 172) Heptaplom. S. 75.

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