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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 102

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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75 sondern nur als Zeichen der Absonderung von den übrigen Völkern eingesetzt. Gott selbst schien dieses Naturgesetz angedeutet zu haben, da er sagte: gesegnet werden im Samen Abrahams alle Völker' sein, deshalb weil sie meiner Stimme gehorchen und die Gebote des Naturgesetzes niemals verletzen werden. Das mosaische Gesetz aber wurde erst 43Ö Jahre später gegeben. Das übrige, was in den Ritual- und richterlichen Gesetzen enthalten war, sei nach Abschaffung des Tempels und dem Untergang des hebräischen Staates antiquiert. Denn ausdrücklich ist es verboten, irgendwo auf der Erde Tiere zu opfern, außer an der Stelle, welche Gott mit Namen bezeichnet hatte. Der Dekalog aber und die Beschneidung samt dem Osterlamm wird von uns zum ewigen Andenken für empfangene Wohltaten beibehalten. Dies aber ist meine Ueberzeugung, daß keine Religion ohne Ritus und Zermonien bestehen könne, und ich glaube, daß die römische Religion kein größeres Geheimnis einer so langen Dauer habe, als die möglichste Vielheit und Mannigfaltigkeit des Ritus und der feierlichen Zeremonien, sowohl den höchst angenehmen Pomp der Gesänge und Orgeln, als auch die Gewänder und die heiligen und kostbaren Gefäße, welche das Volk wie durch ein bewunderungswürdiges Schauspiel bezaubert. Vieles hat zwar von den Juden die römische Kirche angenommen, den größten Teil des Ritus aber von den alten Griechen und Lateinern.“168) Der Katholik Coronaeus bestätigt Salomo, daß diejenigen, welche das Volk durch die Menge der Riten erdrücken, die Religion in Aberglauben verkehren, die aber, welche alles davon abschneiden, alle Religionen mit der Wurzel ausreißen. Darum werde auch die Reform der katholischen Kirche nur dann Bestand haben, wenn sie Ritus und Zeremonien genügend bewahre.169) Als Salomo hierauf dem Islam den Vorwurf macht, daß Mohammed unter dem Schein eines neuen Gesetzes Wahres mit Falschem vermischt habe, erwidert Octavius, daß durch ihn die Völker Asiens und Afrikas dem Monotheismus zugeführt worden seien. ,,Das Geheimnis aber wandte er an, die Christen dadurch an sich zu locken, daß er Christus einen Propheten nannte, die Juden aber, die Arianer, Nestorianer und Sabathianer, indem er leugnete, daß Christus Gott sei/'170) Damit wird die Frage der Gottheit Christi der Gegenstand der Erörterung. 68ו) Heptaplom. S. 36־ff. 169) Heptaplom. S. 64. 170) Heptaplom. S. 65.

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