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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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57 Schönheit aber, die Reue führt den Menschen wieder auf die rechte Bahn.127) Von diesem Ideal einer auf Erkenntnis ruhenden Gottesliebe wendet sich nun Bruno den historischen Religionen zu. ״Wir verfolgen nicht eine flüchtige und aussichtslose, sondern die ernsteste und eines vollkommenen Wesens würdigste Bahn der Weltbetrachtung, indem wir den Glanz, die innige Verschmolzenheit Gottes mit der Natur, nicht in einem ägyptischen, syrischen, griechischen oder römischen Individuum, nicht in Speise, nicht in Trank, auch nicht wie die Welt der Zerknirschten in gar noch etwas Unedlerem zu finden glauben und erträumen: sondern wir suchen dieselbe in der erhabenen Königsburg der Allmacht, in der unermeßlichen Tiefe des Aethers, in der Allfähigkeit der vermöge ihrer Keimkraft alles werdenden und alles schaffenden Natur . . deren Ünendlichkeit kein endlicher Wohnort und Tempel genügen, deren Erhabenheit in ihrer ganzen Fülle anzuerkennen und gründlieh zu verehren auch die Zahl sämtlicher Pfarrer nicht hinreichen würde.128) Die jüdische RePgion wird von Bruno als mißverstandene Nachäffung der ägyptischen Naturverehrung verhöhnt, wie sein Haß gegen Juden und Judentum selbst davor nicht zurückschreckt, dem Märchen, Apions beizustimmen, daß die Juden wegen ihres Aussatzes aus Aegypten vertrieben seien und dem Eselskult gehuldigt hätten,129) Mit beißendem Spott verfolgt Bruno das Christentum aller Bekenntnisse. Die Passionsgeschichte gilt ihm für ,,ein gewisse^ tragisches Mysterium aus Syrien“. ,,Ja wir halten es für eine Schmach, Gott zu suchen im Blute eines Wichts, in einem beschnittenen Leichnam, im Schaume eines Wehbefallenen, unter dem Fußgestampf der Henker, unter den Grämlern oder in den Geheimdiensten der Schwärmer, sondern vielmehr suchen wir ihn in dem unverletzlichen, unvergewaltbaren Naturgesetze, in der ehrfurchtsvollen Stimmung eines nach diesem Gesetze sich richtenden Gemüts, im Glanz der Sonne, in der Schönheit der aus dem Inneren dieser unserer Mutter Natur hervorbrechenden Dinge > in dem Abglanz von dem Antlitz unzählbarer Gestirne und Lebet wesen, welche am unendlichen Gewandsaume des Himmels ד2נ) Brunnhofer a. a. O. S. 278 ff. •***) Giordano Bruno: De Monade S; 151; Brunnhofer a. a. O. S. 240. 129) Brunnhofer a. a. O. S. 221 ff., 241 ff.

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