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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 80

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 80)
Language
German
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53 und wieder zurückgenommen werden, scheint die Materie, die immer dieselbe und fruchtbar bleibt als einziges substanzielles Prinzip, als das einzige Beharrliche anerkannt werden zu müssen. Und so haben manche die Ansicht ausgesprochen, daß die Formen nichts als Accidentien und Beziehungen der Materie sind; daß die Natur aber die Materie ist, die nach dieser Anschauung ein notwendiges, ewiges und göttliches Prinzip ist, ,,wie bei jenem Mauren Avicebron, der sie den Gott nennt , der in allen Dingen ist.117; Zu diesem Irrtum aber sind sie nur dadurch verleitet worden, daß sie keine andere als die aecidentelle Form kennen, wie jener Maure sie nur als ein vergängliches Wesen verachtet und gering״ schätzt. Sie erkannten aber nicht die ewige Verbindung, in der die Weltseele und das universelle Formprinzip mit der Materie steht.118) Andererseits aber darf auch nicht die Weltseele als einziges Formprinzip angesehen werden. Denn betrachten wir die Materie als Vermögen, so gibt es nichts, in dem man nicht in gewisser Weise die Materie wiederfinden könnte. Denn es gibt kein Ding, von dem sich nicht auch das Seinkönnen behaupten läßt. Weil dieses Vermögen von dem, dem man es zuspricht, keinen Mangel, vielmehr eine Kraft und Fähigkeit bejaht, so trägt weder ein Philosoph, noch ein Theologe Bedenken, es dem ersten überr natürlichen Anfangsgrunde zuzuerkennen. Er würde nicht aßes sein, wenn er nicht alles sein könnte. Also sind in ihm Wirklichkeit und Möglichkeit eins und dasselbe. Jedes andere Wesen ist nicht ,so; denn bei ihm ist das Vermögen nicht gleich der Wirklichkeit, denn es ist nicht absolute, sondern begrenzte Möglichkeit. Jedes Vermögen also und jede Wirklichkeit, die im ersten Anfangs^ gründe gewissermaßen eingewickelt, einheitlich und eins ist, erscheint in den anderen Wesen aufgewickelt, zerstreut und vervielfacht.119) Tod, Zerstörung, Laster und Uebel aber sind nicht Wirklichkeit und Vermögen, sondern Mangel und Unvermögen; sie finden sich nur in den entwickelten Dingen, da diese nicht alles sind, was sie sein können, und sich nur bemühen, zu werden, was sie sein können. Da sie nicht gleichzeitig vieles sein können, so müssen sie das eine Sein aufgeben, um ein anderes zu erlangen; zuweilen vermischt sich nun in ihnen das eine Sein mit dem an- 117 V Griovdano Bruno a. a. O; S. 82. 118) Gi0vdano Bruno a. a. O. S. 83 ff. 11 ף Giordano Bruno a. a. O. 8. 90•

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