Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1928 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 79)
- Language
- German
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52 ist, von der sie hervorgebracht wird, so ist die allgemeine physische; wirkende Ursache eine universelle Vernunft, welche die erste und wesentliche Fähigkeit der Weltseele bildet. Sie verhält sich zur Hervorbringung der Dinge in der Natur wie unsere Vernunft sich zur entsprechenden Hervorbringung der begrifflichen Gattungen verhält. So gibt es drei Arten des Geistes: den göttlichen, der alles ist; den Weltgeist, der alles macht und die besonderen Geister, die alles werden. Denn zwischen den Extremen muß sich diese Vermittlung finden, die wahre w irkende Ursache aller natürlichen Dinge, die nicht so sehr von außen, als vielmehr von innen wirkt. ,,Ich nenne sie den inneren Künstler, da sie die Materie formt und von innen heraus gestaltet, wie sie aus dem Inneren des Samens und der Wurzel den Stamm hervortreibt und entwickelt/' ,,Wieviel größer ist dieser Künstler, der nicht an einen einzigen Teil der Materie gebunden ist, sondern stets als. Ganzer im Ganzen wirkt?"114) Wie aber ein Prinzip des Wirkens, in dem die aktive Kraft aller Dinge wurzelt, muß es auch eine Potenz und Substanz geben, in der die passive Fähigkeit des Ganzen wairzelt. ,,Wie könnte die Weltseele, ich meine alle Gestaltungskraft, die ja unteilbar ist, Gestaltungen schaffen ohne die Unterlage der Ausdehnungen und.Quantitäten, die ihr die Materie bietet? Und die Materie, wie könnte sie geformt werden? Etwa durch sich selber?"115) Wie in der Kunst, mögen auch alle Gestaltungen sich nach Möglichkeit unendlich vervielfältigen, der Stoff aller Formen immer derselbe bleibt, so ist es auch in der Natur. Mögen sich ihre Formen auch ins Unendliche wandeln und eine die andere verdrängen, immer ist es eine und dieselbe Materie. So kann kein Wesen zu Nichts werden und das Sein verlieren, sondern immer nur die zufällige Form verlieren. Also sowohl die Materie als auch die substanzielle Form jedes Natunvesens ist unauflöslich und unvernichtbar in dem Sinne, daß ihr Sein niemals vollständig und jeden! Sinne verloren gehen kann. Es ist ein Geist, der allen Wesen das Dasein gibt; eine Seele und e i n Gestaltungsgrund, der alles schafft und gestaltet und eine Materie, aus der alles gemacht und geformt wird.116) Da die Formen kein Sein ohne die Materie haben, in der sie entstehen und vergehen, aus deren Schoß sie hervortreten 1141 Giordano Bruno a. a. O. S. 51. 5״} Giordano Bruno a. a. 0- 8. 3״. 11 ״! Giordano Bruno a. a. 0• 8• 82.