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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 78

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 78)
Language
German
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51 endlich ist, als auch weil es noch sehr weit entfernt ist von diesen Wirkungen, deren Erfassung für unser Verstandesvermögen das äußerste Ziel der Anstrengung bildet, gar nichts erkennen, es sei denn nach Art einer Spur, wie die Platoniker, nach Art einer entfernten Wirkung, wie die Peripatetiker, nach Art der Hüllen wie die Talmudisten, oder wie im Spiegel, im Schatten und im Rätsel wie die Theosophen sich ausdrücken.111) Gott ist die unendliche, einfachste, höchste Ursache, der Anfangsgrund und das Eine. Seine Einheit ist alles; sie ist nicht entfaltet, nicht in Zahlen verteilt und geschieden; sie ist eine alles umfassende Einheit. Gott wird nicht erzeugt; er vergeht nicht; er kann weder abnoch zunehmen, da er unendlich ist. Er ist nicht Materie, denn er hat keine Gestalt; er ist nicht Form, da er alles.ist, das Größte und das Kleinste; er ist nicht meßbar nach Maß und ist Grenze in dem Sinne, daß er nicht Grenze ist. Form insofern er nicht Form ist, Materie, die nicht Materie ist, Seele, die nicht Seele ist. Er ist alles ohne Unterschied, Wirklichkeit und Möglichkeit und also ist er Eines, das All ist Eins.112) Daher darf man nicht glauben, daß es in der Welt eine Mehrheit von Substanzen und wahrhaft Seienden gäbe. Jeder der unzähligen Weltkörper, die wir im Universum sehen, ist in ihm wie in einem Umfasser, Erhalter, Beweger und Schöpfer. Und all die Unterschiede, die man in Ansehung der Formen, Kornplexionen, Gestaltungen und sonstiger Eigentümlichkeiten an den Körpern sieht, sind nichts anderes als ein wechselndes Angesicht derselben Substanz, ein schwankendes, bewegliches, vergängliches Antlitz eines unbeweglichen, beharrlichen und ewigen Seins, in welchem alle Formen Figuren und Glieder sind, in welchem Wirklichkeit und Möglichkeit ungeschieden ist, das alles auf absolute Weise ist, was es sein kann, das in unentwickelter Weise ein Einiges, Unermeßliches, Unendliches ist, in entwickelter Weise aber in diesen sinnlich-wahrnehmbaren Körpern und in der unterschiedenen Wirklichkeit und Möglichkeit, die wir an diesen beobachten, auseinandertritt.113) Ist so Gottes Wesen in seiner Unendlichkeit unfaßbar, so können wir am Universum, seinem Werk zwei Prinzipien oder Anfangsgründe unterscheiden, die allem Seienden zu Grunde liegen: Form und Materie. Da aber die Form nicht ohne Seele n1) Giordano Bruno a. a. O. S. 46. 112) Giordano Bruno a. a. O. S. 119 l*f. 113) Giordano Bruno a. a. 0• S. 125 ff.

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