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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 68

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 68)
Language
German
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41 mannigfachen Farben des Regenbogens erzeugt, so zerteilt sich die einfache unendliche Klarheit der göttlichen Substanz in eine Dreiheit, wenn sie sich in unserm endlichen Intellekt spiegelt. Aber auch die drei Attribute: Schönheit, Weisheit und Sein können wir nur uneigentlich der Gottheit zuschreiben, selbst in unendlichem Maße nicht, denn sie ist erhaben über alles Sein und alle Qualität.86) In dieser Lehre Leones von der Einheit des Liebenden״ Geliebten und der Liebe in Gott wollte Delitzsch einen Beweis der Trinität und des LTebertritts Leones zum Christentum sehen, wie Leone im Titelblatt der italienischen Ausgabe als Christ bezeichnet wird. Diese Annahme haben Grätz und Munk als unhaltbar erwiesen. Denn die Lehre von der Einheit des Erkennenden, des Erkannten und des Erkennens in Gott finden wir bei fast allen Religionsphilosophen des Mittelalters. Wenn nun Leone diese Einheit mit der Einheit des Liebenden, des Geliebten und der Liebe gleichsetzt, so darf hier vielleicht ein Einfluß des Nicolaus Cusanus auf Leone angenommen werden. Nun aber entsteht die Frage, ob auch Gott seine Geschöpfe lieben könne, ob dies nicht eine Unvollkommenheit in seinem Wesen bedeuten würde. Leone bejaht im bewußten Gegensatz zu Platon die Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen mit der Begründung, daß diese Liebe nicht Gottes Wesen betreffe, sondern sein Verhältnis zu seinen Geschöpfen, also seinem Wesen nichts hinzufüge. Gott liebt seine Geschöpfe, indem er sie seiner Vollkommenheit entgegenführt und seine eigene unendliche Vollkommenheit und Schönheit zur Entfaltung bringt.87) Die Frage nach dem Zeitpunkt der Entstehung der Liebe führt zum Problem der Zeitlichkeit bzw. Ewigkeit der Schöpfung. Leone entscheidet sich für die Ewigkeit der Materie, hingegen sei die Verbindung von Materie und Form zeitlich. Hier nennt Leone das Werk Gabirols Fons vitae, bezeichnet ihn als ,,il nostro Albenzubron“ und teilt seine Annahme, daß selbst die Engel aus Materie und Form zusammengesetzt seien.88) Das Ziel der Liebe ist die Vereinigung mit dem geliebten Gegenstände und so ist das Ziel der Liebe des Universums zu Gott die höchste Vervollkommnung des Universums in der liebenden Erkenntnis Gottes. Der endliche Intellekt aber kann 86) Dialoghi S. 63 b, 180 a, 182 a, 233 b; Zimmels a. a. 0. S. 104. 87) Dialoghi S. 160 b, 247 a, 256; Pflaum S. 122. 88) Dialoghi S. 166 a, S. 167 b.

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