Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1928 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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40 Körper. ,,Unsere Seelen heften sich an unseren Körper nur aus Liebe und im Dienste des Schöpfers der Welt, indem sie das Leben und die intellektive Erkenntnis und das göttliche Licht von der oberen ewigen Welt zur niederen vergänglichen ziehen,, auf daß auch diese niederen Teile der Welt der göttlichen Gnade und des ewigen Lebens nicht ermangeln und dieses große Lebewesen keinen Teil habe?, der nicht lebendig und geistig wäre, wie er selber ganz. Und indem unsere Seele damit die Vereinigung des ganzen Weltalls gemäß der göttlichen Ordnung vollzieht, genießt sie wirklich der göttlichen Liebe und gelangt dazu, sich nach der Trennung vom Körper mit dem höchsten Gott zu vereinigen. Und das ist ihr letztes Glück. Aber wenn sie irrt in solchem Amt, so fehlt ihr diese Liebe und diese Vereinigung* mit Gott und dies ist ihre höchste und ewige Pein, denn während sie durch Redlichkeit in ihrer Herrschaft über den Körper aufsteigen kann ins höchste Paradies, bleibt sie wegen Unredlichkeit im untersten Inferno, geschieden in Ewigkeit von der Einigung mit Gott und ihrer eigenen Seligkeit, wenn freilich nicht so groß das göttliche Erbarmen wäre, ihr ein Mittel zu verleihen zu ihrer Entsühnung/'84) Als Schluß ergibt sich: ,,Wahrhaftig ist die Liebe in der Welt nicht nur allen Dingen gemeinsam, sondern auch höchst notwendig, da niemand ohne Liebe selig sein kann." ,,Und nicht allein würde die Schönheit fehlen, wenn die Liebe fehlte, die Welt selbst würde gar kein Sein haben, noch würde sich irgend etwas in ihr finden, wenn nicht die Liebe wTäre.85) Nach den ontologischen Erörterungen des ersten Dialogs und den kosmologischen Ausführungen des zweiten Dialogs gelangen im dritten Dialog verschiedene metaphysische Fragen zur Erörterung, die zur Abrundung des Weltbildes wesentlich beitragen. Die Frage nach dem Ursprung der Liebe wird dahin beantwortet, daß die Liebe vom Geliebten im Liebenden erzeugt wird. Der erste Liebende ist Gott, der Erkennende und Wollende, der erste Geliebte ist Gott, der höchste Schöne. Denn in Gott sind der Erkennende, das Erkannte und das Erkennen eins und ebenso der Liebende, das Geliebte und die Liebe. Diese Dreiheit aber | hebt seine unmittelbare Einheit nicht auf. Wie das einfache> farblose Sonnenlicht, wenn es sich in den Wolken spiegelt, die 84) Dialoghi S. 99b ff.; Pflaum a. a. O. S. 107. 85) Dialoghi S. 100 a.