Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1928 (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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;35 darunter die Schöpfung einer oberen und unteren, körperlichen und unkörperlichen Welt. So sei auch der Messias nicht der Be« freier aus körperlicher Gefangenschaft, sondern der Erlöser der Menschen aus den Banden der Erbsünde. Was der Messias tue, geschehe durch das Tetragrammaton. So schaffe der Messias gleichsam eine dritte Welt zwischen der unteren und der oberen, eine messianische Welt. Der Kabbalist stehe trotz seiner menschliehen Schwäche mit den Engeln in Verbindung. Von ihnen erfahre er die Namen Gottes und lerne jene Taten zu verrichten, die das Volk Wunder nenne. Seine Taten seien nicht Zauberei, denn sie geschähen zum Heile der Menschen. Das zweite Buch, in dem Philolaus und Marranus allein das Gespräch führen — Simon ist durch den eingetretenen Sabbat verhindert, daran teilzunehmen — ist dazu bestimmt, die Identität der pythagoräischen Philosophie mit der Kabbala nachzuweisen. Die Verwandtschaft zeige sich schon im A\eußerlichen: die Kabbalisten beginnen ihre Darlegungen mit אמרר חכמים, Pythagoras mit auroc I'<pa. Alsdann stimmen beide in den Lehren von den zwei Welten, von dem Messias, von der Seelenwanderung überein. Diese Uebereinstimmung erkläre sich dadurch, daß Pythagoras aus den Werken der Aegypter, Hebräer, Perser geschöpft habe. Der Glaube sei nicht Produkt der Erkenntnis, sondern der Offenbarung. Alle Wesen seien Ausflüsse aus Gott. Gott, die Einheit sei der Anfang der Zahl; die zwei Welten die erste Zahl; beide zusammen bilden die Dreiheit; dann folge die Tetraktys, die heilige Vierzahl. Besonders heilig sei die Zehnzahl: die Welt bewege sich in 10 Sphären, Aristoteles habe in Nachahmung des Pythagoras zehn Arten des Seins nachgewiesen, die Zehnzahl sei der wahre Inbegriff des Daseins. Im dritten Buch entwickelt Simon die kabbalistischen Lehren. Anknüpfend an den von ihm gefeierten Sabbat, erklärt Simon als das Wesen des Sabbat nicht die Ruhe des Körpers, sondern der Seele im ewigen Streben nach dem Göttlichen und Reinen. Von den beiden Welten könne der Mensch die obere nicht schauen, nur ihren Strahl erblicken. Die erkennbaren Dinge teilen sich in fünf Klassen. Jedes in diesen fünf Klassen enthaltene Ding lasse sich auf 10 Arten erkennen, so ergeben sich 50 Pforten. Der Weg zur Wahrheit führe auf 32 Pfaden von der Spitze in die Tiefe. Die Zahl der Pfade sei gebildet aus der Zehnzahl und die Zahl der Buchstaben. Die Zahl der Buchstaben mit den 50 Pforten bilde die Zahl der 72 Engel. Die Engel verteilen sich