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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 61

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
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34 aussprechliche Tetragrammaton ״jene unvergleichliche Bezeichn nung von keinem Menschen erfunden, nur von Gott anvertraut,, ein heiliger und hochzuverehrender Name, womit Gott allein in der väterlichen Religion zu ehren ist“. Den Erzvätern sei wohl der Name bekannt gewesen, aber nicht die wunderbare Kraft und Eigenschaften desselbeh, diese seien erst Moses enthüllt worden. Die vier Buchstaben des Gottesnamens erinnern an die Elemente, an die vier geometrischen Hauptbestandteile (Punkt״ Linie, Fläche, Körper), aber jeder Buchstabe habe seine geheimnisvolle Bedeutung. Nach der Vereinigung der jüdischen und griechischen Philosophie ergreift im dritten Buch Capnion das Wort, um die vorgetragenen Lehren mit den christlichen Dogmen zu verschmelzen: Gott ist der Urquell aller Dinge, Aoyos, Vernunft und Wort zugleich. Das Wort ist der Sohn Gottes; außer von diesem Sohne wird Gott von niemandem erkannt. Dieser Sohn, von einer Jungfrau geboren, ist das fleischgewordene Wort, geschmückt mit der Krone der Weisheit, verehrt als Gottessohn von der Welt. Schon in den ersten Worten der Genesis sei die Dreieinigkeit ausgedrückt: אב, בן ,חח ב׳ר׳א. Christus sei nicht der rechte Name des Gottessohnes, er drücke nur eine Eigenschaft aus. Sein wahrer Name sei Ihsvh. Das sei der geheimnisvolle Name, der wunderwirkende, der das Tetragrammaton fünfbuchstabig und aussprechbar mache. Das Kreuz sei das Symbol dieses wunderbaren Namens. Dieses Werk wurde im Jahre 1494 veröffentlicht. Es folgt eine Reihe von Jahren eifriger Versenkung in die Kabbala. Die Resultate dieser Arbeit enthält das Werk ״Von der kabbalistischen Kunst“ 1517. Auch dieses Werk ist in Form einer Unterredung zwischen drei Männern geschrieben: dem Juden Simon, einem, gelehrten kabbalakundigen Mann, an dem alles gefällt, nur das׳ nicht, daß er Jude sei; dem Mohammedaner Marranus und dem Pythagoräer Philolaus. Die Unterredner treffen in Frankfurt, dem Wohnort des Juden zusammen. Simon beginnt mit dem Preis der Kabbala,* die Gott selbst durch den Engel Rasiel Adam mitgeteilt habe. Es folgt die Angabe der Kette der Überlieferung. Daß es eine sinnliche und eine geistige Welt gäbe, darin stimmen Kabbalisten und Talmudisten überein, aber während letztere ihre Betrachtung auf die sinnliche Welt beschränken, erheben sich die ersteren zum Schauen der geistigen. Schon in der Erklärung der Schöpfungsgeschichte wזeichen sie voneinander ab: die Talmudisten glauben, es sei nur von der sichtbaren Welt die Rede; die Kabbalisten verstehen

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