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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 55

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721039--054-2726875
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28 Das Wasser in seiner Unbeständigkeit und Ruhelosigkeit ist das die Erdenwelt charakterisierende Element; der Aether im feurigen Glanz die überweltliche Welt der Engel oder die Intellektualwelt; in der Mitte ist der Himmel aus Wasser und Feuer gemischt, der Ort der unsterblichen Geister. Die subluuarische Welt besteht aus vergänglicher, körperlicher Materie; die Intellektualwelt aus der Natur des göttlichen Geistes; der Himmel aus reiner Körperlichkeit, der mit dem Geiste sich verbunden hat.54) Diese drei Welten hat Mose bei dem Bau seiner Stiftshütte genau nachgebildet: der Vorhof ist die sublunarische Welt, das Heiligtum der vom goldenen Glanz des siebenarmigen Leuchters d. i. der sieben Planeten erleuchtete Himmel; das Allerheiligste, von Cherubim getragen, das Symbol der Wohnung der seligen Engel.55) Nun aber zerriß in dem Augenblick, in dem Christus am Kreuze starb, der Vorhang des Tempels, der das Allerheiligste von den übrigen Teilen schied. Dies will besagen, daß durch den Tod Christi dem Menschen der Aufstieg zum Reiche Gottes, der ihm des Sündenfalls wegen versagt war, ja zu Gott selber, der über den Cherubim thront, frei gegeben wurde.56) Alle drei Welten bilden Abschnitte der großen Gesamt weit nicht nur darum, weil sie das gleiche Prinzip als Urgrund ihres Seins und dasselbe Endziel haben, nicht nur, weil sie von denselben Zahlen regiert werden und die Erkenntnis überall dieselben harmonischen Verhältnisse entdeckt, sondern weil das, was in einem einzelnen Weltabschnitt vorhanden ist, sich auch in jedem anderen vorfindet. Demzufolge hat alles, was in der untersten Sphäre ist, sein Analogon auch in den höheren, allerdings in einem vorzüglicheren Zustande. Und umgekehrt: alles was oben ist, hat sein verzerrtes und verdorbenes Analogon auf Erden. So ist bei uns auf Erden das Feuer ein Element, im Himmel ist es die Sonne und in der überweltlichen Region das seraphische Feuer des Intellekts. Oder auf der Erde ist das Wasser ein Element, im Himmel die Kraft der Bewegung für das irdisch-elementare Wasser und als solches heißt es der Mond; das Wasser über dem Himmel aber ist die Menge der cherubinischen Geister.57) In der überhimmlischen Welt bildet Gott die erste absolute Einheit. Unbeweglich thront er über den neun Reihen der Engel 54) Liebert: a. a. O. S. 144. 55) Liebert: a. a. 0. S. 145. 56) Liebert: S. 146. 57) Liebert: a. a. O. S. 146 ff.

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