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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 44

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 44)
Language
German
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IRI
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17 die Materie nicht nur nicht alle, nicht einmal irgend eine der Formen. Darum ist diese Gottheit auch weiblich und das Erst־ erzeugte alles Weiblichen, denn die weibliche Natur ist es; welche allen erzeugten Wesen die Materie verleiht. So enthalten in Wirklichkeit diese beiden Gottheiten alle Ideen einheitlich in sich, *sodaß Poseidon der Urheber und Hervorbringer der in der Welt in. Wirklichkeit bestehenden Formen, während Hera die Ursache der Materien derselben ist.23) Die ersten vorzüglichsten Kinder Poseidons und Heras sind die Planeten; unter diesen wieder die hervorragendsten Helios und Selene. Wie Poseidon und Hera das Unsterbliche, so erzeugen sie das Sterbliche miteinander, dessen Form und Stoff sie darstellen. Nach den Planeten erzeugen Poseidon und Hera die Fixsterne, die zwar nicht schöpferisch sind, doch die Aufgabe haben, den großen Hymnus Zeus zu Ehren ertönen zu lassen. Sodann folgen die Dämonen, gleichfalls Kinder des Poseidon und der Hera, die Diener und Boten der Gottheit, durch welche diese die menschlichen Angelegenheiten ordnet, da sie am meisten den Menschen verwandt, doch frei von allem Uebel und ganz und gar gut, wie alle Götter sind.24) So entschieden in diesem Weltbilde die Züge des Neuplatonismus hervortreten, so kann auch hier nicht übersehen werden, wie die Idee der Hera, die Idee der intelligiblen Materie als universelle Grundlage des Kosmos der innerhimmlischen Götter, die grade von Albertus magnus und Thomas v. Aquin stark bekämpfte Lehre Gabirols ist.25) Auf die Schöpfung der unsterblichen Götter folgt die Schöpfung der irdischen Wesen. Neben Poseidon und Hera, die alle Formen und alle Materie enthalten, enthält Kronos alle Formen des Sterblichen, Aphrodite alle Materie des Sterblichen. Die Materie Aphrödites ist von der Materie Heras wie Sterbliches von Unsterblichem unterschieden. Kronos und Aphrodite verleihen Form und Stoff den Sterblichen und Helios und Selene voll־ ziehen dann die Schöpfung.26) Wie Poseidon das verbindende Mittelglied zwischen Zeus und den Ideen, Helios zwischen diesen und den Unsterblichen bildet, 23) Nomoi S. 104; Schultze a. a. O. S. 168. 24) Nomoi S. 106; Schultze S. 180; Nomoi S. 216. 25) Gabirol: Föns vitae IV, 5 ff.; . V, 13 ff.; 22 ff.; Jacob Guttmann a. a. O. S. 57 ff.; während Guttmann auf den Einfluß Gabirols auf die angeführten Denker und auf Nicolaus v. Gusa und Giordano Bruno hin* weist, ist ihm der Einfluß Gabirols auf Plethon entgangen. 26) Nomoi S. 108; Schultze a. a. O. S. 188.

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