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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 43

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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16 platonischen Begriff der Emanation mit dem biblischen Begriff eines persönlichen schöpferischen Gottes zn vereinigen. Darum betont Plethon, daß Zeus mit Willen und Bewußtsein hervorbringe. Der Begriff des göttlichen Willens aber ist durch Salomon ibn Gabirol in den Neuplatonismus eingefügt worden. So liegt hier eine entscheidende Beeinflussung Plethons durch Gabirol vor, nachdem bereits Albertus Magnus und Thomas v. Aquin allerdings polemisch, Duns Scotus zustimmend auf Gabirol (Avicebron) hingewiesen hatten.21) Wir fahren in der Darstellung des Systems Plethons fort: Während Zeus vorewig ist d. h. weder der Zeit noch der Ursache nach entstanden ist, ist Poseidon, die Ideenwelt ewig d. h. wohl der Umache nach, doch nicht der Zeit nach entstanden. Was von Poseidon gilt, dem Inbegriff der Ideen, muß auch von den einzelnen Ideen gelten, sie sind also nicht in der Zeit; es gibt für sie kein früher und später, sondern nur ein ,,zugleich“. Da die Zeit das Maß der Bewegung (Veränderung) ist, so sind sie auch nicht der Bewegung (Veränderung) unterworfen. Da sie nicht stofflich, vielmehr körperlos sind, so sind sie nicht begrenzt durch einen räumlichen Ort; es gibt für sie nur einen logischen Ort. Sie sind demnach schlechthin überhimmlische Götter, zweite an Gottlichkeit, unteilbar, einheitlich und in dieser Einheitlichkeit alles in sich befassend, was sie dem in der Vielheit unter ihnen stehenden Wesen zuteilen. Zwar ist ihre Tätigkeit bereits von ihrem Sein unterschieden, was bei Zeus nicht der Fall war, doch ist ihre Tätigkeit nie unterbrochen.22) Zeus gibt jedem von ihnen das Dasein. Bedient sich Zeus des einen Gottes zur Hervorbringung des anderen, so bedient er sich seiner nur als Vorbildes, nicht als Gattin. So schafft Zeus Poseidon als Abbild von sich selbst und hinwiederum als Abbild des Poseidon die Hera, die mutterlose Mutter aller Götter innerhalb des Himmels. Während Poseidon der Wirklichkeit nach alle Ideen in sich faßt und Ursache einer jeden in Wirklichkeit in der Welt bestehenden Form ist, ist Hera die Ursache der ursprünglichen Materie, welche alle Formen der Möglichkeit nach, nicht der Wirklichkeit nach ist. Denn der Wirklichkeit nach ist *י) Vergl.Gabirol: Fons vitae 1,2; 11,13; II,18ff.; 111,16; 111,32; V,36ff.; V, 41; V, 57; Munk: Melanges de Philosophie juive et arabe S. 260; Jacob Guttmann : Die Philosophie des Salomon ibn Gabirol S. 30 u. S. 57 ff.; S. Horovitz: Die Psychologie Ibn Gabirols S. 94; D. Kaufmann: Gesch. d. Attributenlehre S. 98 ff. 22) Nomoi S. 56; S. 48; S. 54; Schultze a. a. O. S. 157.

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