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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1928 (1929) · page 41

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1928 (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721039--040-2726861
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14 ausüben zum Schaden des Staates, sondern bei den Gesetzgebern und Weltweisen. Auch ihnen aber soll man nicht blindlings glauben, sondern durch unsere Vernunft ihre Ansichten prüfen und zur Entscheidung gelangen.12) An die Spitze aller Gesetzgeber setzt Plethon den Zoroaster, ,,den ältesten unter denen, von welchen wir durch Ueberlieferung wissen, der in den göttlichen und den meisten anderen erhabenen Dingen der Dolmetsch war für die Meder und Perser und die Mehrzahl der andern alten asiatischen Völker/'13) Den Gesetzgebern schließen sich als Gewährsmänner die Weisen an. Ihnen folgen die Philosophen Pythagoras, Platon, Parmenides, Timaios, Plutarch, Plotin, Porphyr und Jamblichos. Die universale Erkenntnis ist in den platonisch-zoroastrischen Dogmen enthalten, die Plethon nur erneuern will; so handelt es sich für Plethon in der Erneuerung des Platonismus um die Erneuerung der ewigen Vernunfterkenntnis des Alls.14) ,,Die erste Ursache von allem, der größte Gott, den wir mit dem heimatlichen Namen Zeus nennen, ist schlechthin gut, indem nichts daran fehlt, daß er so vollkommen wie nur möglich ist."15)׳ Zeus ist, da er als erste Ursache von allem, selbst von keinem abstammt, ganz und gar unentstanden, vor aller Ewigkeit d. 11.. weder der Ursache noch der Zeit nach entstanden, schlechthin wirkliches Sein, daher niemals Nichtsein, also unvergänglich, darum stets mit sich identisch, eine schlechthinnige Einheit, in der nicht einmal ein logischer Unterschied stattfindet. Zeus ist nicht Vielheit und Einheit zugleich. Denn angenommen dies wäre der Fall, so könnte er entweder die Einheit vieler in gleicher Weise unentstandener Wesen sein oder die Einheit eines Unentstandenen und vieler anderer aus diesem Hervorgegangener. Im ersten Falle aber, welcher die Annahme des Christentums römischen Bekenntnisses ist, müßten doch die vielen zu dieser Einheit verbunden sein; es setzte also die Einheit ein höheres diese einheitliche Verbindung bewirkendes Prinzip voraus, welches dann noch über Zeus stände. Der letztere Fall,, welcher die Annahme des Christentums griechischen Bekenntnisses bildet, ist ebenso unstatthaft, weil es pnmöglich ist, daß aus einem seiner Natur nach schlechthin gleichen ein anderes und 12) Nomoi S. 34 ff.! 13) Nomoi S. 30. 14) Vergl. Cassirer: Erkenntnisproblem I, S. 163 ff.; Schultze a. a. O. S. 138 ff. 15) Nomoi S. 242, S. 132.

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