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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 91

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 91)
Language
German
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scheu Juden, die sich auf das von Budolf H. ihnen erteilte Privileg beriefen1). . Der Streit zwischen dem Breslauer Bat und den Juden wurde mit besonderer Erbitterung geführt. Der Bat versuchte, beim Kaiser die Genehmigung seiner Ordnung zu erlangen, Sie wurde ihm aber nicht gewährt. Hingegen erinnerte Kaiser Leopold das Oberamt auf eine Beschwerde der glogauischen Juden hin, diese dem Breslauer Bat gegenüber bei ihren Privilegien zu schützen2). Das Oberamt verhielt sich jedoch reserviert. Kur von einem gemeinsamen Vorgehen konnten sich die durch die neue Breslauer Ordnung betroffenen inländischen Juden Erfolg versprechen. Zum erstenmal finden sich die Zülzer und Glogauer zu einer gemeinsamen Aktion zusammen3). Unter Heranziehung all ihrer Privilegien wird in der Bittschrift nachgewiesen, wie die Breslauer Judenordnung alle den schlesischen Juden verliehenen Bechte aufhebt, sie ihrer Handelsfreiheit beraubt und ihre Existenz unmöglich macht. Wenn auch die ganze Bittschrift, deren Verfasser, ein Breslauer Oberamts-Advokat ist, einen ausgesprochen juristischen Charakter trägt, so verraten einige Stellen doch den tiefen Schmerz, den die Juden über die ihnen angetane Schmach empfinden. Die Juden, die ein Jahrhundert hindurch um Tolerierung und Bechtssicherheit gekämpft haben, zeigen jetzt ein starkes Gefühl für verletzte Menschenwürde. Das Herumtreiben von Stadttor zu Stadttor, die dadurch verursachten Anpöbelungen sind, wie sie meinen, merkwürdige Begleiterscheinungen der Handelsfreiheit. Zu einer Aufhebung der Judenordnung konnte der Breslauer Bat nicht gezwungen werden. Die einzelnen Bestimmungen dieser Ordnung, die jeder rechtlichen Grundlage entbehrte und deren Durchführung der Breslauer Kaufmannschaft große Lasten auferlegte4), bröckelten aber mit der Zeit ab. und daher auch gegen das Interesse summi principis, nicht stichhaltig seien. Das Gesuch befindet sich im Br. Stadt-A. Judenakten NNN 473 b c (3. Febr. 1702). Vgl. Schreiben an d. Grafen von Lescinsky, worin die Beschwerde der Juden von Lissa abgelehnt wird, 13. Mai 1702, ad Com. et Bar. <ibd. Hs. F 10, 13) f. 50—52. 7 ף. April 1702, L. ad R. et P. f. 124, Vgl. 1. Dez. 1703, ibd. f. 130. *) Wien, 19. Juni 1702, ibd. Mag.-Akt. 17/18, f. 18.?) Bittschrift d. ״sämbtliche zu denen Glogauisch- und Zültzer gemeynden gehörige Schlesische Judenschaft“ v. J. 1763, undatiert, ibd. f. 3-17. *) Von 104 im Katalog der Kaufmannschaft verzeichneten Breslauer Kanfleuten mußten je 2 eine Woche lang in der Kaufleute-Haus den ganzen

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