Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2720904-2721043--087-2726703- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Wrocław 2× ep/1002369
- Brzeg 1× ep/1044274
OCR text
: \ 'l: - 1" '"' :* ׳'-*',\‘-׳•־־k stärkte Könknrrenz und eine Beeinträclitigtmg ihrer besonderen Handelsprivilegien1)• . ■ ■ Der Kampf ging in erster Linie gegen die nenerworbene Freiheit der Zülzer Juden, traf aber auch die Glogauer jüdischen Kaufleute schwer2). Die Aeltesten der Breslauer Kaufmannschaft erbaten die Intervention des Rates. Dieser sollte beim Kaiser dahin wirken, daß der Stadt Breslau durch die Zülzer Judenschaft kein Schaden entstehe und die Geltung des Privilegs sich nicht auf Breslau erstrecke3). Der Magistrat formulierte die gewünschte Beschwerde an den Kaiser in aller Schärfe4 * * * 8). Wie in Breslau, so stieß die Durchführung des Zülzer Privilegs auch in anderen Städten, Schweidnitz, Jauer, Wohlau, Oppeln und Brieg auf Widerstand. Man forderte von den Juden an diesen Orten nicht nur wie bisher die ״Erlegung der sogenannten Leibmauth“ und doppelter Zölle, sondern suchte auf jede Weise den Einlaß zu den öffentlichen Jahr- 1J Die Kaufmannsch. konnte zwar nicht die Juden aus dem Engroshandel verdrängen, deren direkte Beziehungen zu den wichtigen Außenmärkten von Wert waren, sträubte sich aber dagegen, sie auch zum Detailhandel mit Seiden, Tuchen usw. zuzulassen. Ende 1689 erging eine Beschwerde an das Oberamt ״wegen des von den Juden ausgebrachten Privilegis den freyen Schnitt der seidenen Wahren in Jahrmarkts Zeiten betreffend“. (21. November 1689.) s. Br. Stadt-A. lose Jud. Akt. Klose III 428 a, dgl. in betreff d. Prager Juden (ibd. L. ad. R. e. P. Nr. 309). Später veranlaßte die Kaufmannsch. den Magistrat zu einem Protest beim O. A. gegen die ״Verschneidung und Vereinzelung der Seidenzeuge während d. Jahrmärkte“ durch Glogauische Juden (13. März 1700, L. ad R. et P. No. 313, f. 203b—206a). In gleicher Angelegenheit erfolgt nochmals ein Protest 22. Sept. 1700, wobei hervorgehoben wird, daß die Juden die Renovation ihres Privilegs fälschlich auf die Zulassung zum Einzelhandel ausdehnen. (Seidel a. a. O. S. 539 u. lose J. A. f. 340/56.) a) Eine Bittschrift (ungenau datiert, jedoch v. J. 1700) der Glogauer Judenschaft an den Kaiser beklagt sich über die Störung ihres Handels in Breslau durch den dortigen Magistrat, (ibd. Boe-A. No. 75 p. 17/71 mit Beilagen d. Glog. Privil.) 8) 27. Juli 1700. ibd. Boe־A. No. 76 f. 160—163 a. Es soll durchgesetzt werden, daß das Privileg ״auf die Zülzer Jurisdiktion restringiret“ (t) werde. Kein Privil. dürfe geduldet werden, das den BresL Privilegien zuwider laufe. Da die Beschwerde beim Kaiser wirkungslos blieb, wandte sich die Kaufmannschaft mit ihren Klagen an das Oberamt. Das Privileg leiste der Niederlassung von Juden in Breslau Vorschub und schädige die 200 Jahr alten Privilegien der Tuchhändler und Reihkrämer. (Lose Juden-Akt. f. 340—56). *) 13. Aug. 1700. ibd. L. ad R. et P. fol. 280—88, abschriftl. auch Boe-A. No. 77, p. 368—85.