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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 84

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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IRI
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Die ■entscheidenden Machte in Schlesien verharrten in ihrem ■Widerstand gegen die Juden. Bas Oberamt mußte mit den Stimmen der Fürsten und Stände, der Städte, der Geistlichkeit wie der Kaufmannschaft rechnen. Es ließ daher die Mahnungen des Kaisers unbeachtet. Der tiefverwurzelte Haß machte sogar die sonst auf ihren Eutzen so sehr bedachte Kaufmannschaft gegen ihr eignes Interesse blind. Der schlesische Handel verlor am Ausgang des 17. Jahrhunderts seine früheren ausgedehnten Verbindungen mit Polen. Der größte Teil des polnischen Handels ging infolge günstigerer Handelsverträge von Breslau nach dem aufblühenden Leipzig über. Auch der Handel mit Bußland wurde durch die Maßnahmen Peters des Großen stark beeinträchtigt. Die wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes verschlechterten sich zusehends1). Wohl wären die einheimischen Juden, insbesondere aber die Zülzer, die in engen Handelsbeziehungen zu den östlichen Ländern standen2), imstande gewesen, den für Schlesien so wichtigen Handelsverkehr zum Teil aufrecht zu erhalten. Es war eine kurzsichtige Wirtschaftspolitik, der man bei der Häufung von beschränkenden Verordnungen gegen die Juden folgte. Die Juden ihrerseits mußten bei dem Bückgang des Handels mit dem Osten bestrebt sein, ihre Handelstätigkeit im Lande selbst zu heben und auszudehnen. Die schwersten Hemmnisse wurden ihnen aber in den Weg gelegt. Die Stadt Breslau, seit langem der wichtigste Zentralpunkt auch für die Zülzer Kaufleute, verschärfte gerade damals auf Betreiben der Kaufmannschaft ihre Maßnahmen gegen das Eindringen von Juden und suchte auch ihre zeitweilige Handelstätigkeit zu verhindern3). 1) vgl. Grünhagen, Schles. i. d. letzt. Jahrz. österr. Herrschaft a. a. G. S. 54, ders. Der materielle Zustand Schles. vor d. preuß. Besitzergreifung, Ztsch. f. preuß. Gesch. 1873. . 2) s. Rabin: Juden in Zälz, S. 20. Der Brest. Kaufmannsch. war die Bedeutung der Juden für den Handel mit Polen, Rußl. u. Litauen wohl bekannt (Br. Stadt A. A 45, 46 a f. 135 b), vgl. 0. S. 39. Anm. 2. s) Strenge Verordnungen gegen d. Aufenthalt d. Juden — speciell der schlesischen — wurden in diesen Jahren in Bresl. mehrmals wiederholt. Das Patent v. 17. Apr. 1678, wonach ״kein Jude ausser des Jahrmarktes darf gehauset werden“, (Seidel, Repert. etc. Br. Stadt-A. D. 84 I S. 535, angegeb. nach L. Procl. f. 140) wurde zwar Jahre hindurch nur sehr bedingt durchgeführt: Vom J. 1694 ab werden solche Verordnungen jedoch wiederholt und es wird auf ihre Durchführung gedrungen (ibd. nach

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