Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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! Bei״ ״untertänigste Heiß“, den der Vertreter der Zülzer Jaden mit so viel Optimismus ״bey so schön instrairten Sachen“ mzulegen gedachte, hat nicht zum Ziele geführt• Die Lage meiner Brüden in der Heimat gestaltete sich ungünstiger denn je1)• Den Zülzer Juden erschien es unmöglich, die von ihnen Verlangten Steuern zu zahlen. Auf ihr Drängen hin versuchte ihr Schutzherr seinen Einfluß in Breslau geltend zu machen, um eine Erleichterung herbeizuführen2 *). Es lagen wohl damals besondere Gründe vor, die Confirmation in Bälde zu erwarten8). Das Jahr 1695 ging aber vorüber, ohne daß die Zülzer Juden ihrem Ziel auch nur einen Schritt näher kamen. Durch neue Bitten erwirkten sie zu Beginn des Jahres 1696 wiederum ein Beskript des Kaisers an das Oberamt, das ihre Abgesandten persönlich dort überreichten4 5). Das Gutachten wurde aber immer noch zurückgehalten. Auch ihr Gesuch um Beschleunigung erreichte nicht den Zweck6 *). Im Jahre 1697 mußten sie es besonders flehentlich und nachdrück־ lieh wiederholen6). Selbst ihr Hinweis auf den ausdrücklichen kaiserl. Befehl war wirkungslos. 1J Rabbiner u. Judenältest, v. Gl. u. Z. wurd. aufgeford., (4. Juni 1695) binn. 6 Woch. a die jmblicationü die Extra-Steuer unfehlb. aufzubringen. (Litt. Pat. VI No. 80, 1687/97, Br. Stadt־A. A 40,6). *) Wiederum gibt ein Brief in der jüd. Aktensammlung (ibd. VI S. 31—34) darüber Aufschluß. Drastisch schildert der von Mähren auf seine Güter zurückgekehrte Graf die ״Consternation“, in der ihn ״fast die gantze Synygog wehseiftzendt“ mit Bitten bestürmte, sie von der schweren Steuer zu befreien. Er klagt, daß die Zülzer Juden die Steuer allein zu tragen haben, während ״alle frembden im Landt, sich doch Bewerbenden und Trafirenden von dieser Sect“ nicht herangezogen wurden. Der Brief (Zülz, 18. Juni 1691) ist an den ״Deputierten in Breslau, Grafen von Tentschin“ gerichtet. G. F. Graf von Tenczin, war Landesältester der Fürstent. Opp. u. Rat. und wohl Deputatus ad Conv. publ. in jenem Jahre. Sinapius, Schl. Merkw. II weiß allerdings nur, daß sein Sohn diese Würde im J. 1722 bekleidet hat. *) Der Graf spielt in dem vorerwähnten Schreiben darauf an, daß seine Juden ״nun ... den Singularhaften Landtsfürstl. Schutz bereits bevor der Expedition stündlich sich zu erfreyen gewertig sein“. 4) Br. St. A. F. Opp. Rat. II 15 c f. 44 b. ״Wann dann nun Ihro Kays. Maj. unlängst deswegen abermahln rescribiret, welch ... kays. Rescript wir auch allbereit vor 7 Wochen bey e. Kgl. Oberamte gehörigst übergeben haben.“ Das Rescript war nicht auffindbar. 5) Praesent. 11. März 1696 ibd. f. 44/5. *) ״Nach deme aber derselbte bis dato noch nicht Expediret, und von hier abgesendet worden, da doch Unss, und Zuegleich auch Unserer gnädigen Herrschaft an dessen Beschleunigung merklichen gelegen ist.“ (ibd. f. 42/43. Praesent. 26. Jan. 1697.)