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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 79

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721043--078-2726694
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Sache Gelahrtheit städtischer Kanzleiräte possierlich breit macht. Die!Respektierung der Judenaustreibungsprivilegien der Städte Schweidnitz und Oppeln wird gefordert. Für die' Verarmung der Kaufmannschaft und die Vermehrung der Fallimente wird die jüdische Konkurrenz verantwortlich gemacht. Die Verteuerung der Lebensmittel, ja sogar die Zerrüttung der Ehen durch Begünstigung leichtfertiger Verpfändung von Mobilien, wird den Juden zur Last gelegt. Die .Verletzung der religiösen Gefühle durch Wahrung ihrer Sabbate und Werktätigkeit an christlichen Sonn- und Feiertagen wird ihnen zum Vorwurf gemacht. Auch das Bitualmordmärchen wird aufgetischt und die fama populi als unwiderleglicher Beweis ins Feld geführt. Die Kaufmannschaft weiß aber auch mit Zahlen umzugehen. Entgegen allen früheren und späteren amtlichen Zählungen setzt das Votum die Zahl der Juden in Großglogau auf 3000 herauf, um dadurch den Beweis zu führen, daß die Christliehe Bevölkerung, an Zahl geringer, eine vier- oder sechsfach größere Steuerlast als die Judenschaft zu tragen hat. Die Gefahr für das Handwerk wird besonders betont. Die jüdischen ״Schneider, Lohgerber, Schuhmacher, Buchbinder, Goldschmiede u. a. mehr, in Spezie aber die Fleischhacker“1 * * * * * *) werden die christlichen Berufsgenossen verdrängen. Das non ölet ist aber auch die Losung der Kaufmann,- «chaft. Den Juden soll jeder feste Aufenthalt im ganzen Lande verboten werden. Die ״Einkaufung von Waren für bares Geld, jedoch der; Kaufmannschaft immunitäten unbeschadet“, soll ihnen aber verstattet sein8). Gemeinsam allen Voten ist die eine Forderung, in die alle Klagen ausklingen: die Vertreibung aller Juden aus Schlesien. 1) Der christlichen Fleischerzunft drohte der Ruin besonders deswegen, weil die außerzünftigen jüdischen Fleischer ״wegen nicht geniessung der Hintertheile an dem geschlachteten Vieh solches denen Christen wolfeyler verkaufen“. s) ibd. Das Vot. d. kgl. Städte rief eine neue Denkschrift d. F. u. St. hervor. Vgl. dazu ״Memorial ans Kgl. Oberambt, wegen Abschaffung der Jaden, wie auch des von dem Salomon Mandel in Vorschlag gebrachten :Tobacks-appalto, Pappier aufschlags, Juden primats, und Land-Rabiner- «teile“. (Bresl. Stadt-A. 45, 46 a f. 494—508.) Wie das Votum der königl. Städte eine Folge des Votums der F. u. St. war, so ist dieses von den F. u. St. am 6. Nov. 1691 an das Oberamt gerichtete Memorial eine Folge jener Bestrebungen der Kaufmannschaft.

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