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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1927-01-01 · 1926 (1927) · page 72

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1926 (1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 72)
Language
German
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IRI
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Ooufimatiöndem Kaiser erwünscht ist. Biese wird als di« legale Folge des Prager Privilegs hingestellt1). Auch dieser erneuten Aufforderung des Kaisers wurde nicht Folge geleistet. Aus allen Lagern setzten sich die gegnerischen Kräfte in Bewegung. Wenn bisher im geheimen gegen die Erteilung eines günstigen Gutachtens intrigiert wurde, so treten nunmehr Vertreter der Kirche, Fürsten und Stände und zuletzt auch die königlichen Städte offen in Aktion. Von allen Seiten kommen energische Proteste an das Oberamt. Biese sollten die ״Stimmung im Lande“ bekunden und dem Oberamt seine Haltung diktieren. Bie Stellungnahme aller Machtfaktoren Schlesiens mußte, so sagten sich die Gegner, von der böhmischen Hofkanzlei respektiert werden. Zunächst meldeten sich die kirchlichen Kreise, die in der Confirmation der Prager Privilegien eine gefährliche Burchbrechung der bisher den Juden gegenüber befolgten Politik erblickten. Aus einer Sammlung von Akten ״Wegen Privilegierung der Zülzer Juden im Oppelischen Fürstenthum, de Ao 1690“2) ist ein undatiertes und ununterschriebenes Schreiben erhalten, in dem zu den Bestrebungen der Zülzer Judenschaft Stellung genommen wird. Aus dem Inhalt geht mit voller Sicherheit hervor, daß der Schreiber in den Kreisen der Geistlichkeit zu suchen ist. Mit scharfer Bialektik wird das Gesuch der Zülzer Juden analysiert. Es handle sich, so wird im ersten Punkte mit beißender Ironie betont, um einen Versuch der Juden, unter dem Beckmantel einer harmlosen Confirmation die geltenden l) ibd. f. 36/39. Augsburg, 7. Dez. 1689. Präsentatum Breslau d. 4. Jan. 1690. Das Schreiben betont gleichfalls: ״Wann dann bey uns hierauf bisdato nichts einkommen, Wir hingegen von denen Supplicanten umb beförderung dieser Sach ... widerholt uhterthänigest angegangen werden.“ Und ferner: ״Wir erinnern unss gnädigst, welcher gestalt ... in puncto der von denen Eltisten und der gesambten Juden gemeinde zu Ziltz in unserem Hertzogthumb Schlesien unterthänigst gebettenen Confirmation, des von Unsern ... Ahnherrn weyland Kayser Ferdinando dem änderten ... der gesambten Judenschaft in bemelten unserm Herzogthumb Schlesien, den zwölften Augusti anno sechzehnhundert sieben und zwanzig allergnädigst verliehenen Indults, ...“ a) Bresl. Staats־A. Ft. Opp. Rat. II 15 c f. 40/1. Der angeführte Vermerk läßt vermuten, daß noch andere Urkunden in der Sammlung aus dem Jahre 1690 vorhanden waren. Uebrig geblieben ist nur dieses einzige Stück.

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