Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
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34 alle Steuern, und Landescontributionen zu tragen haben1 * * * * * *), sondern darüber hinaus an den Verbindlichkeiten der Prägerischen Juden, die diese dem Kaiser gegenüber eingegangten sind, participieren müssen. Gemeint sind zweifellos die 40 000 Gulden8) jährlicher Contribution, durch welche sich die Prager Juden das Privileg erkauft hatten. Mit dem Hinweis auf ihre Beteüigung an der durch das Prager Privileg festgesetzten Contribution wollten die Zülzer Juden offensichtlich ihren Anspruch auf die Privilegien vom Jahre 1627 begründen. Die ]Bemühungen der Zülzer Juden blieben erfolglos. Eine Klärung ihrer rechtlichen Stellung erfolgte nicht. Es gelang den Zülzern nicht einmal, eine Linderung ihrer Lage zu erreichen. Die Fürsten und Stände, denen die Schritte der Juden . wohl bekannt wurden, wandten bei der Fürstentagung vom 29. Januar 1639 wiederum den ihnen Verhaßten ihre Aufmerksamkeit zu. Ihr Bestreben war wie früher, die Juden überhaupt aus dem Lande zu weisen, ״damit dermaleinst dieses Land von diesem christschmähenden wucherischen Volke befreyt“ würde. Der Beschluß des Fürstentages forderte vom Kaiser bestimmt und eindringlich, die Austreibung der Juden aus Großglogau und Zülz zu dekretieren, einem jeden Fürsten oder Stand die Aufnahme auch eines einzigen Juden streng zu verbieten und den Fürsten und Ständen selbst das Becht einzuräumen, gegen die Schuldigen mit Execution vorzugehen8). Großmütig wurde es jedoch der kaiserlichen Majestät anheimgestellt, ob und wiefern ihnen ״bey eines oder anderen ohrtes gewöhnlichen Jahrmärkten und öffentlichen Zusammenkünfften 1J Diese Lasten mußten der Zülzer Judenschaft besonders schwer fallen, da die Zahl der Armen zu jener Zeit sehr groß war. Es wird in der Eingabe geklagt, daß viele Zülzer Juden durch Einfälle kriegerischer Banden und Plünderungen gänzlich ruiniert seien. Viele waren gezwungen, in Polen Zuflucht zu suchen und sind in völliger Armut in ihre Heimat zurückgekehrt. *) Daß die Zülzer Juden auch ihren Beitrag zu ״der Pragerischen Juden gewöhnlicher Kayserlicher Jahres-Pension“, der sie ״mit verbunden und einverleibet“ sind, zu leisten hatten, wie sie in dieser Eingäbe versichern, geht auch aus anderen weiter angef. Quellen hervor. Auch die Glogauer Juden mußten zu der Contribution der böhmischen Juden beitragen. Die Höhe dieser Beiträge ist unbekannt, auch ist nicht festzustellen, ob sie alljährlich gezahlt wurden. *) A 45, 24 f. 577.