Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1926 (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
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33 liehe Privilegien berufen und durften sich überdies auf die kürzlieh von ihnen erwirkte Confirmation des Prager Privilegs stützen. Besonders bedroht war die Lage der Zülzer Juden. Gegen die ihnen zugesagte ״Duldung“ wurde fast ein halbes Jahrhundert hindurch von verschiedenen Seiten gekämpft. Der ihnen ausdrücklich gewährte ״Amtsschutz“ erwies sich so oft als ungenügend. Die Geldopfer, die sie sich auferlegen mußten, brachten Buhe nur für kurze Zeit; diese Buhe wurde durch Anstürme der Gegner immer wieder gestört. In ihrer Not wandten sich die Zülzer Juden nach Prag, um die Hilfe des Kaisers gegen die Fürsten Schlesiens anzurufen. Sie erwirkten ein Beskript des Kaisers, über dessen eigentlichen Inhalt nirgends ein Aufschluß zu finden ist, das aber unverkennbar wichtige Bestimmungen zu ihren Gunsten enthielt. Noch vor Ende des Jahres 1638 überreichten sie dem Fürstentag ein Memorial, dem das erwähnte kaiserliche Beskript beilag1). Die Erledigung dieses Memorials ließ auf sich warten. Deshalb wandten sich zu Beginn des Jahres 1639 die ״ Gesambten Einwohnenden Juden zum Zültz“2 3 * *) an den Oberlandeshauptmann Heinrich Wenzel v. Münsterberg8), um von ihm eine Beeinflussung der Fürsten und Stände zu erbitten und eine günstige Entscheidung ״in bekhandter höchster angelegenheit“ herbeizuführen. Da in der Eingabe betont wird, daß die erwähnte Angelegenheit die Juden schon seit Jahren beschäftige, so handelt es sich offenbar um die Frage der Confirmation, gegen die der Fürstentag Stellung nahm. Der Oberlandeshauptmann wird nun inständigst gebeten, sich ihrer anzunehmen. Mit besonderem Nachdruck wird betont, daß die Zülzer Juden nicht nur in gleicher Weise wie ihre christlichen Mitbürger 1j Weder das Memorial noch das kais. Reskript konnten von mir ermittelt werden. In der Eingabe der Juden (s. folg. Anm.) ist von dem Memorial wie von dem kaiserlichen Reskript die Rede. a) Diese Eingabe (״Der Zülzischen Juden Supplicium“) ist d. 17. Jan. 1639 in Breslau datiert. Sie wurde demnach von einer eigens nach Breslau entsandten Abordnung der Zülzer Juden dort überreicht. Das Präsentatum ist vom gleichen Tage. (Br. Staats-A., Opp. Rat. II 15 c, fol. 10—11.) 3) Herzog Heinrich Wenzel zu Münsterberg, Oels und Bernstadt war seit 1628 Ober-Landeshauptmann von Soblesien, s. Grünhagen, Bd. II, S. 229. 3